Gute Gemeinschaftsarbeit: Elisabeth Ziegler (r.) gratuliert (v.l.) Wolfgang Schnell, Kommandant, Florian Spängler, Katharina Ludwig, Regie, Hubertus Korste, Produktionsleiter, sowie Michael Bayer und Michaela Obermaier, Laienschauspieler, zum gelungenen Film. Foto: mic

Freiwillige Feuerwehr: Ein Imagefilm, der es in sich hat

Oberschleissheim - Einsatzfotos auf den Internetseiten der Freiwilligen Feuerwehren sind heute Pflicht. Die Freiwillige Feuerwehr Oberschleißheim geht jetzt noch einen Schritt weiter - und hat einen eigenen Imagefilm erstellt.

„Damit wollen wir allen Interessierten zeigen, wie’s bei der Feuerwehr läuft“, begründet Kommandant Wolfgang Schnell die Iniative für den Clip. Unter der Regie von Katharina Ludwig, Studentin an der Hochschule für Film und Fernsehen in München, ist ein knapp siebeneinhalb Minuten langer Film entstanden, der den Einsatz der Feuerwehr an einem Unfallort zeigt. Und die Laienschauspieler, allen voran Verena Evelyn Puhm, die die schwer verletzte Fahrerin mimt, machen ihre Sache richtig gut.

Großformatig fährt die Kamera durchs Unterholz. Der Kameramann lässt Grashalme wie einen bedrohlichen Dschungel wirken. Der ausgezeichnete Soundtrack hilft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der bis zum Ende des Films nicht abreißt.

Während dem Soundtrack hämmerndes Herzklopfen beigemischt wird, nähert sich die Kamera einem auf dem Dach liegenden, qualmenden Auto. Im Gurt gefangen verliert die junge Frau am Steuer zusehends die Fassung. Der Schmerz, ihre Verzweiflung und ihre Orientierungslosigkeit - all das bringt Verena Evelyn Puhm dem Zuschauer glaubhaft nahe. Und auch die am Film beteiligten Feuerwehrleute halten das hohe Niveau: Michaela Obermaier und Michael Bayer agieren wie altgediente Schauspieler und ersparen dem Publikum hölzern wirkende Dialoge. Der Zuschauer gewinnt so den Eindruck, bei einem echten nächtlichen Einsatz dabei zu sein.

„Ich bin der Michi von der Feuerwehr Oberschleißheim“, bemüht sich einer der Ersthelfer um die Verletzte, lenkt ihre Aufmerksamkeit auf ein um den Rückspiegel geschlungenes Glückskettchen. Die Versuche, die Unfallfahrerin zu beruhigen, wirken nicht lehrbuchmäßig, sondern spontan, ganz aus der Situation heraus.

Mit der Filmstudentin hat die Feuerwehr Oberschleißheim einen Glücksgriff getan. Abgesehen von ihrem Talent ist Katharina Ludwig gut in der Branche vernetzt: Das Filmteam, das sie für den PR-Clip gewinnen konnte, bestand aus Profis. Zwei Monate dauerten die Vorbereitungen. Danach wurde der Film im vergangenen Herbst „in drei lausig kalten Nächten gedreht“, sagt Feuerwehrsprecher Hubertus Korste, der die Produktion leitete. Elisabeth Ziegler, Bürgermeisterin und langjährige Vorsitzende des Feuerwehrvereins, jedenfalls zeigte sich angetan von dem Ergebnis, das die Gemeinde mit einem nicht näher bezifferten „Obolus“ unterstützt hat: „Der Film zeigt auf glaubwürdige Weise, was die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz zu leisten imstande sind.“

Nun will Ziegler helfen, den Imagefilm, der über www.ff-oberschleißheim abgerufen werden kann, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denkbar wäre etwa eine Präsentation auf der nächsten Bürgerversammlung.

Team und Ausstattung:

Kamera: Alexander Hackinger; Ton: Marco Kern; Beleuchter: Moharram Ebrahimi; Schnitt: Bernhard Kreutzer; Musik: Selcuk Torun; Rettungsdienstfahrzeug vom BRK Oberschleißheim.

(an)

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