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Pullach und Pauillac

Freundschaft über 50 Jahre alt

Pullach - Ihre Freundschaft zur französischen Partnergemeinde Pauillac pflegen die Pullacher seit 52 Jahren. Und seit 32 Jahren feiern sie diese Freundschaft bei einem großen Fest, das jeweils Ende Juni auf dem Kirchplatz über die Bühne geht. Heuer drängten sich die Besucher meist unter Schirmen. Am Freitag und Samstag, weil es so heiß war. Am Sonntag wegen des Sprühregens.

Dabei hatte sich das Traditionsspektakel, organisiert vom Verein Pullach Aktiv, allerbestens angelassen. „Am Freitag war es hier rappelvoll“, berichtete Vereinsvorstand Andreas Most, 1700 Leute, schätzte er, seien bestimmt vor Ort gewesen. „Da war kein Sitzplatz mehr zu bekommen.“ Unter den Besuchern freilich auch die gut 30 Franzosen, die allesamt privat untergebracht worden waren. 

Tags darauf dann: Riesen-Gewusel in der Ortsmitte, in der gleichzeitig die landkreisweite Aktion Stadtradeln eröffnet wurde. Und Gartenflohmärkte waren an dem Tag auch noch in der Gemeinde. Leute mit ihren Flohmarkt-Errungenschaften schlenderten die Reihe der Essens-Stände entlang, von der anderen Seite kamen Radler-Gruppen aus allen möglichen Landkreis-Gemeinden angestrampelt. Wer wollte, gönnte sich erst mal ein Glas Champagner. Oder stärkte sich mit Crêpes und französischen Bratwürstln. Während mancher Pullacher im imaginären Freundschafts-Tagebuch blätterte. Andreas Most berichtete vom letzten Besuch der Pullacher in Pauillac im vergangenen Jahr – als dort gerade wieder der „Médoc-Marathon“ stattgefunden hat. Der schon allein deshalb ein Erlebnis ist, weil Servicestationen in Weingütern angesiedelt sind und das Ganze ohnehin einhergeht mit einem „Riesen-Volksfest“. Und am Stand der örtlichen Weinhandlung Chateaux Bordeaux erzählte Martin Eibeler, dass auch mal ein Haufen Franzosen nach Pullach geradelt ist – die kamen allerdings nicht aus dem schönen Pauillac, sondern aus Sacy, einer anderen Partnergemeinde der französischen Freunde, die inzwischen auch mit den Pullachern angebandelt hat. Um 17 Uhr dann fegten Wind und Platzregen die Besucher vom Platz. Drei Stunden war Feier-Abend beim Freundschaftsfest. Bis sich gegen 20 Uhr, als sich das Wetter beruhigt hatte, die Ortsmitte zwischen Kirche und Bürgerhaus langsam wieder füllte. Und auch die „Thunderbirds“ wie angekündigt spielen konnten, angesagt war: „Rock over Pullach“. 

Das Weißwurst-Frühstück am Folgetag wurde, weil sich die Welt inzwischen in ein Dampfbad verwandelt hatte, dann allerdings doch lieber ins Bürgerhaus hineinverlegt. Einige Unverwüstliche nahmen jedoch auch jetzt noch draußen auf den Bierbänken Platz. Und rückten unter den Sonnenschirmen eng zusammen. Andrea Kästle

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