+
Die heißbegehrte Scheibe: Beim Ultimate Frisbee kämpfen zwei Teams gegeneinander. Meistens vor vielen Zuschauern.

Trendsport

Wenn Frisbees „ultimate“ fliegen

Unterföhring - Ungelenkes Scheibenfangen war gestern: Frisbee spielt man jetzt „ultimate“. Was das heißt, wissen die Buam und Madln der „Zamperl“ aus Unterföhring am besten. Sechs von ihnen sind kürzlich Weltmeister geworden.

Vor 15 Jahren hat Josef Ebner seine erste Frisbee-Scheibe geworfen. Das sah vermutlich genauso aus wie man es sich vorstellt, wenn ein Elfjähriger das erste Mal ein Frisbee wirft. Inzwischen ist der Unterföhringer 26, spielt Frisbee jetzt „ultimate“ – und ist mit seinem Team, den „Zamperl“, seit der WM in Dubai amtierender Weltmeister.

Sie trainieren das ganze Jahr über. Auf Schnee, auf Sand, auf Kunstrasen und Gras. Am liebsten auf Gras, und am liebsten barfuß. Vielleicht ist es schon am Wochenende so weit. Denn Ultimate Frisbee ist für Josef Ebner und seine Freunde nicht nur eine Sportart – sondern auch immer noch liebste Freizeitbeschäftigung. „Wenn wir im Park spielen, kommt es immer wieder vor, dass wir angesprochen werden“, erzählt er. Dann nimmt sich der 26-Jährige gern kurz Zeit. Um zu erklären, was Ultimate Frisbee eigentlich ist.

Das Spiel ist noch keine 50 Jahre alt. 1969 sollen es ein paar Studenten in den USA erfunden haben. Die Regeln sind bei anderen Sportarten abgekupfert – und daher ziemlich schnell zu verstehen. Beim Ultimate Frisbee stehen sich zwei Teams mit je sieben Spielern gegenüber. Das Spielfeld hat zwei Endzonen. Ziel ist es wie beim American Football, die Frisbee-Scheibe in der Endzone des gegnerischen Teams zu fangen. Jeder Körperkontakt ist, ganz anders als beim American Football, ein Foul. Einen Schiedsrichter gibt es nicht, die Spieler entscheiden. Sie nennen das „Spirit of the game“ – fairen Sportsgeist.

In Deutschland gibt es 70 Vereine, in denen ungefähr 3000 Ultimate-Frisbee-Spieler aktiv sind. Die Zamperl sind seit Langem eine der erfolgreichsten Truppen. Das Mixed-Team ist zuletzt zwei Mal Deutscher Meister geworden und jetzt auch noch Weltmeister. Dafür warfen sie im Finale in Dubai den Favoriten Kanada mit 11:9 vom Platz. So wirklich erwartet hätte das keiner.

Jetzt, im Frühling, beginnt wieder die heiße Zeit der Frisbee-Spieler. Schon am Freitag hat Sonnenhoch „Ostra“ die Menschen im Freistaat verwöhnt. Bereits am Vormittag stiegen die Werte deutlich in den zweistelligen Bereich. Am wärmsten war es um 11 Uhr in Oberstdorf und Kempten mit jeweils 16 Grad, am Nachmittag lagen die Höchstwerte bei 22,5 Grad in München– es war der bisher wärmste Tag des Jahres. Hier war es wärmer als am Mittelmeer, wo die Werte um 18 Grad lagen. An diesem Wochenende, wenn in den meisten bayerischen Skigebieten die Saison endet, gibt es nochmal ausgiebig Gelegenheit, die Sonne zu genießen. Bis zu 19 Grad soll es am Sonntag haben. Ab Mitte nächster Woche könnten die Temperaturen im Großraum München sogar deutlich über 20 Grad klettern.

Wahrscheinlich werden die nächsten Tage in vielen Parks Frisbees durch die Luft fliegen. Einige davon fliegen vielleicht auch „ultimate“. Aber nicht, dass die „Zamperl“ Weicheier wären. Um sich auf die Weltmeisterschaft in Dubai vorzubereiten, haben sie sogar im Winter barfuß auf dem Beachvolleyball-Platz trainiert. Da lag noch Schnee, aber egal. Schließlich hat sich das Training ausgezahlt.

Katrin Woitsch und Marcus Mäckler

Auch interessant

Kommentare