Der Festzug 2009:

Gabor überstimmt: Stadträte halten Festzug am Leben

Garching - Eigentlich schien sich der Festzug zur Garchinger Bürgerwoche schon erledigt zu haben. In der Stadtratssitzung am Dienstagabend wurde bei einem Antrag von der SPD-Fraktion und Florian Baierl (UG) sensationell mit 21:1 Stimmen für den Festzug gestimmt.

Alle gegen Bürgermeisterin Gabor (CSU): Die Stadträte, die fast alle in den Garchinger Vereinen aktiv sind, beschlossen, heuer doch noch einen Festzug auszurichten. Dieser soll zum Auftakt der Bürgerwoche erfolgen und von Samstag auf Sonntag verlegt werden.

Die Verwaltung wollte dem Stadtrat eigentlich nur noch einmal verdeutlichen, dass der Festzug mangels eines geeigneten Festplatzes samt Zelt als Zielpunkt gestrichen wurde. Zudem verwies Kulturreferent Wolfgang Windisch auf eine Versammlung, zu der die Vertreter aller Vereine eingeladen worden seien. Dort habe es eine breite Mehrheit für den Festzug-Verzicht gegeben. Windisch gab sich „leidenschaftslos“, warnte aber vor einem Umzug in diesem Jahr: „Ich kann jetzt nicht sechs bis sieben Blaskapellen aus dem Hut zaubern.“

Dietmar Gruchmann (SPD) erklärte, dass er für seine SPD-Fraktion bereits im Oktober den Antrag gestellt habe, den Festzug zu diskutieren. Deshalb liege es nun auch nicht in seiner Verantwortung, dass das Kulturamt in zeitliche Not komme. Gruchmann betonte, „dass wir diese Tradition unbedingt beibehalten sollten“.

Bürgermeisterin Hannelore Gabor widersprach dem vehement und sah kein Interesse bei den Vereinen: „Auf mich ist noch kein Vereinsvorsitzender zugekommen mit dem Wunsch, dass es weiter den Festzug geben soll. Ich höre das immer nur von ein paar Stadträten. Es nützt doch nichts, den Bürgern etwas überzustülpen.“ Diese Stadträte blieben aber hartnäckig mit ihrer Forderung. Florian Baierl (Unabhängige Garchinger) kritisierte, dass die Verwaltung keine Alternative zur Absage anbiete. Joachim Krause (SPD) mahnte, dass ein einmal abgesetzter Festzug nicht ganz so einfach wieder eingeführt werden könnte. Auch Henrika Behler (BfG) plädierte für das Umdenken: „Natürlich wäre es nicht lustig, wenn wir 24 Hanseln vom Stadtrat durch die Stadt ziehen. Aber der Festzug gibt Garching ein Wir-Gefühl.“

Florian Baierl schlug vor, den Umzug von Samstag auf Sonntag zu verlegen, da immer mehr Bürger samstags arbeiten müssten. Die Strecke sollte dann am Bürgerhaus enden. Dieser Vorschlag bekam Zustimmung von allen Seiten: Die 20 Stadträte und der zweite Bürgermeister Peter Riedl (Unabhängige Garchinger) hielten gemeinsam im letzten Moment den Festzug doch noch am Leben - gegen die Stimme der Bürgermeisterin. nb

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