Im Galopp zum Sicherheitsgefühl

Sauerlach - Ein Streifenwagen der Polizei hält an der Blombergstraße in Sauerlach. Zwei Beamte der Reiterstaffel traben mit ihren Pferden die Straße auf und ab. Neugierig schauen die Anwohner aus ihren Häusern. „Ist etwas passiert“, fragt eine Nachbarin beunruhigt. Nein, das alles ist reine Prävention. Nach mehreren Einbrüchen soll verstärkte Polizeipräsenz das Sicherheitsgefühl der Bürger wiederherstellen.

Sieben Einbrüche innerhalb weniger Monate - das klingt erst einmal nicht dramatisch. Doch im idyllischen Sauerlach ist die Verunsicherung groß. „So etwas kennen wir hier gar nicht“, sagt Sebastian Ametsbichler. Früher, da konnte man die Haustüren noch unversperrt lassen, erzählt der 88-Jährige. Die Zeiten sind jetzt vorbei.

Im gesamten Landkreis sind die Einbruchszahlen gestiegen. Besonders ruhige, abgelegene Wohngebiete und Einfamilienhäuser sind für Einbrecher ein beliebtes Ziel. „Da hinten an der Straße sind sie eingebrochen“, berichtet Anwohner Christian Kammermayr (44) und deutet auf ein Haus am Ende der Blombergstraße. „Das ist doch recht nah, da hat man schon ein mulmiges Gefühl“, gibt er zu. Und dieses mulmige Gefühl verbreitet sich im Ort wie ein Lauffeuer, ist Gesprächsthema unter den Bürgern. Sie wünschen sich mehr Polizeipräsenz, um sich wieder sicher zu fühlen. Verstärkt setzt die Polizei deshalb auf Präventionsaktionen. Mit Flyern sind die Beamten auch in Sauerlach von Haus zu Haus gegangen, um die Anwohner zu informieren, wie sie Haus, Hab und Gut vor Einbrechern schützen können. Und immer wieder ermuntern sie die Bürger, sich bei jeder noch so kleinsten Auffälligkeit bei der Polizei zu melden. „Die Leute sind sensibilisiert, das merkt man. Wir bekommen deutlich mehr Anrufe, dass jemand eine verdächtige Person bemerkt hat“, berichtet Oberkommissar Andreas Simbeck von der Polizei in Unterhaching. Einbrecher zu schnappen, sei eben fast nur dann möglich, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden.

Zum ersten Mal gehen in Sauerlach auch zwei Polizisten der Reiterstaffel auf Streife. Cathrin Hänsel und Michael Schulz reiten auf ihren Pferden durch die Straßen der Wohngebiete Sauerlachs. Das soll nicht nur schön aussehen, sondern hat auch seinen Sinn. „Mit den Pferden sind wir viel langsamer unterwegs, als ein Streifenwagen, haben mehr Zeit zum Schauen und sehen auch über hohe Hecken oder Zäune drüber“, erklärt Michael Schulz. Und noch ein Vorteil hat das Ganze: „Die Leute nehmen uns mehr wahr und es gibt ihnen das Gefühl, dass die Polizei präsent ist.“

Freilich wird die Reiterstaffel jetzt nicht jeden Tag durch die Ortschaften patroullieren können. Nur 20 Reiter sind im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums München unterwegs und nicht immer verfügbar, sagt Michael Schulz. Meist kommt die Reiterstaffel bei Fußballspielen, Großereignissen und vor allem im Stadtgebiet zum Einsatz. Einbrecher, gibt Schulz zu, haben die Reiter zwar noch keinen festgenommen. Wilde Verfolgungsjagden in Wild-West-Manier gehören eher der Fantasie an. Aber er hofft, dass sich so mancher Übeltäter durch die Präsenz der berittenen Polizei doch abschrecken lässt. „Wenn heute kein Einbruch passiert, dann lag es an uns“, sagt Schulz mit einem Augenzwinkern. Nachweisen lässt sich das ja leider nicht. So ist das eben mit der Prävention: „Sie ist schwer messbar.“

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