+
Steter Gast bei der Preisverleihung des FFF-Bayern: Stefan Stefanov, Betreiber des Capitol-Kinos in Unterschleißheim. Hier mit Ministerin Ilse Aigner.

Capitol-Betreiber Stefan Stefanov hat ein Konzept erarbeitet 

Ganz großes Kino auf dem Esso-Gelände

  • schließen

Unterschleißheim - Ende Februar wird die Esso-Tankstelle an der Bezirksstraße in Unterschleißheim dicht machen. Die Stadt hat sich das Grundstück gesichert. Viele Unterschleißheimer treibt die Frage um: Was soll hier einmal entstehen? Jetzt hat sich das Capitol-Kino mit einem interessanten Konzept ins Gespräch gebracht.

von patricia kania

Unterschleißheim – Der Bauausschuss wird sich in seiner heutigen Bauausschuss-Sitzung mit der Nachnutzung des Grundstücks am Ende der Bezirksstraße beschäftigten. Während es hierbei erst einmal um die Vergabe einer Studie geht, die aufzeigen soll, was theoretisch möglich und sinnvoll wäre, hat Capitol-Kinobetreiber Stefan Stefanov eine ganz konkrete Idee. Er träumt von einem großen Kino auf dem Areal, wo jetzt noch die Esso-Tankstelle steht: ein Capitol 2020.

Denn längst hat sich das Capitol von einem verstaubten Dorfkino zu einem echten Geheimtipp gemausert, das jährlich mit vorwiegend Arthouse- und Kinderfilmen 22 000 Besucher begeistert. Beachtlich für ein Kino mit einem überschaubaren Saal. Seit sieben Jahren heimst Stefan Stefanov jedes Jahr Programmpreise des FFF-Bayern und des Bundeskultusministers ein. Doch das kleine Kino an der Alleestraße, das nur einen Saal hat, hätte durchaus mehr Potenzial. Davon sind Stefanov und Mitarbeiter Anton Koch überzeugt. Gemeinsam haben sie ein Konzept erarbeitet, mit dem sie in der Stadt überzeugen und Unterschleißheim auch für junge Menschen ein Stück attraktiver machen wollen. Denn die, so ist die Erfahrung der Kinobetreiber, fahren lieber in die großen Kinos nach München oder Neufahrn, um da Hollywoods große Blockbuster zu sehen.

Stefan Stefanov schwebt ein Kino mit vier bis sechs Sälen vor, mit insgesamt 500 Plätzen. Die Säle sollen teilweise Tageslicht haben, um sie tagsüber auch anderweitig nutzen zu können. Im Foyer könnten ein Burger-Restaurant im Stil von „Hans im Glück“, ein Café und eine Bar entstehen.

Und nicht nur an sich haben die Kinobetreiber gedacht. Die Idee wäre es, hier auch das Stadtmuseum unterbringen zu können, das sowieso schon längst eine neue Heimat bekommen sollte. Auch das Marionettentheater „Bille“ könnte einen festen Platz haben. Einer der Kinosäle würde dann mit einer beweglichen Leinwand ausgestattet. Mit einer Tiefgarage mit bis zu 100 Stellplätzen wäre die Parksituation an der Bezirksstraße gelöst.

Laut Stefanov und Koch wäre die Lage perfekt für ein Kino. Das Gelände ist nicht weit vom S-Bahnhof Lohhof entfernt und Besucher aus dem Umland könnten das Grundstück gut erreichen. Außerdem liegen das Jugendzentrum „Gleis 1“, die FOS/BOS und die von jungen Familien bewohnten Neubaugebiete in unmittelbarer Nähe. Genau die Zielgruppen, die die Kinobetreiber erreichen wollen. Zudem hätten die Unterschleißheimer Schulen die Möglichkeit, die Schul-Kino-Wochen des Freistaats künftig direkt in Unterschleißheim zu nutzen.

Das Arthouse-Programm, mit dem sich das Capitol einen Namen gemacht hat, bliebe freilich bestehen. Gleichzeitig könnte das Programm dann aber auch auf breitere Füße gestellt werden, mit aktuellen Streifen und großen Hollywood-Verfilmungen.

Wie viel solch ein Projekt kosten würde, ist unklar. Stefanov stellt sich aber vor, dass die Räume langfristig verpachtet werden, sodass das Grundstück im Eigentum der Stadt bleibt. „Mit dem Kino würde endlich so etwas wie ein Nachtleben in der Bezirksstraße erwachen“, sind Stefanov und Koch überzeugt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Berauschter Transporter-Fahrer baut Unfall
Unter Drogen hat am Mittwoch ein 30-jähriger Transporter-Fahrer in Grünwald einen Unfall verursacht. 
Berauschter Transporter-Fahrer baut Unfall
Zwei Drogensünder am Steuer erwischt
Zwei Drogensünder hat die Polizei am Mittwoch in Unterföhring und Ismaning erwischt. Ein Münchner gab zu, einen Joint geraucht haben. Doch etwas geflunkert hat er wohl.
Zwei Drogensünder am Steuer erwischt
Gemeinde macht zwei Schleichwege dicht
Zu viel Verkehr auf kleinen Straßen. Da muss sich was ändern, fand die Kirchheimer CSU-Fraktion. Und hat recht bekommen.
Gemeinde macht zwei Schleichwege dicht
Das verkannte Urlaubsparadies
Der Landkreis München ist Boomregion und Wirtschaftsmotor – aber Urlaubsziel? Das wird gerne übersehen, dabei haben hier allein im ersten Halbjahr 570 000 Menschen ihre …
Das verkannte Urlaubsparadies

Kommentare