Bahnhofs-Umbenennung könnte Fremde verwirren

Garching - Wie soll die Stadt Garching ihren Altbürgermeister Helmut Karl (SPD) posthum ehren? Das beschäftigt den Stadtrat intensiv.

Eine Antwort auf diese Frage hat der Stadtrat vertagt. Stattdessen wurden die drei Vorschläge noch mal zur Beratung in die Fraktionen verwiesen. „Der Beschluss sollte möglichst mit großer Mehrheit fallen“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Es wäre wünschenswert, wenn wir im Februar eine Entscheidung haben.“

Bei der sachlich geführten und ausgiebigen Diskussionen ließen sich bereits Tendenzen erkennen, welche Vorschläge in welchen politischen Lagern Unterstützung finden. So plädierte die SPD-Fraktion abermals dafür, den U-Bahnhof Garching um den Zusatz Helmut-Karl-Platz zu erweitern. Darüber hinaus soll ein Platz an einem U-Bahn-Aufgang nach dem Altbürgermeister benannt werden, wobei der Schwanenbrunnenplatz „die etwas bessere Lösung ist“, fand Joachim Krause (SPD). Auch die Grünen unterstützten diesen Vorschlag.

Die Kosten für eine solche Umbenennung des U-Bahnhofs habe man bei der Münchner Verkehrsgesellschaft erfragt, berichtete Gruchmann. „Wenn das im Zuge eines Fahrplanwechsels geschieht, betragen die Nachfolgekosten für die Stadt 13 000 Euro.“

Eher skeptisch äußerten sich die Fraktionen von CSU und BfG zu einer möglichen Umbenennung des Bahnhofs. „Gerade für Ortsfremde könnte das zu Verwirrung führen“, mutmaßte Jürgen Ascherl (CSU). Er glaube vielmehr, dass die Verdienste von Helmut Karl besser gewürdigt wären, wenn man das Bürgerhaus auf den Namen des Altbürgermeisters umtaufen würde, so wie es ein CSU-Antrag vorsieht. „Vielleicht bietet sich auch ein Gesamtpaket an, in dem man die Vorschläge Bürgerhaus und Becke zusammenfasst“, sagte Ascherl.

Letzteres betrifft den Platz zwischen Bürgerplatz und Rathaus, der laut dem Vorschlag des langjährigen VHS-Leiters Herbert Becke den Namen Helmut-Karl-Platz erhalten soll. Allerdings gab Krause diesbezüglich zu Bedenken: „Herr Becke geht davon aus, dass an dieser Stelle schon die neue Volkshochschule steht, die dann die Adresse Helmut-Karl-Platz haben würde. Doch noch ist es nicht so weit, daher kommt dieser Vorschlag zu früh.“

Derweil regte Florian Baierl (UG) an, bei einer Umbenennung darüber nachzudenken, ob die Bezeichnung Helmut-Karl-Platz oder Bürgermeister-Karl-Platz sinnvoller sei. Letzteres würde eine Tradition in Garching fortsetzen - schließlich gibt es bereits eine Bürgermeister-Amon-Straße und eine Bürgermeister-Wagner-Straße. Dagegen sprach sich jedoch BfG-Stadtrat Armin Scholz aus: „Zu dieser Zeit war Garching noch eine kleine Gemeinde. Heute sind wir eine Stadt, und für eine Stadt käme mir der Zusatz Bürgermeister etwas unpassend vor.“ ps

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