Aufgerissen, Schein gestohlen: Eine Garchinger Familie ist mehrmals Opfer geworden und hat dem Täter sogar eine Falle gestellt. Foto: gerald förtsch

Dieb fischt Geld aus Briefen - Polizei und Post ermitteln

Garching - Den Glauben an das Postgeheimnis und an die Ehrlichkeit hat Familie Wolf (Name von der Redaktion geändert) verloren. Im Dezember wurde den Garchingern zweimal Geld geschickt, und aus beiden Briefen wurden die Scheine entwendet. Nun ermittelt die Kriminalpolizei, und auch die Post nimmt den Vorfall sehr ernst.

Die Geschichte begann schon im Oktober. Da feierte Familie Wolf ein Fest, und zwei Geldsendungen von Verwandten sind entweder gar nicht oder ohne Geld angekommen: Ein Brief erreichte die Wolfs geöffnet ohne das Geld, der andere blieb verschwunden. Zu dem Zeitpunkt macht sich die Garchinger Familie noch nicht allzu viele Gedanken. Bis im Dezember die nächsten verdächtigen Vorfälle passierten.

Diesmal hatten Verwandte ein Kuvert mit Zeitungsausschnitten und darin eingepackten zehn Euro auf den Weg geschickt. Der geöffnete Brief kam in einer Klarsichtfolie der Post an, und das Geld fehlte. Nun wollte es die Familie Wolf genau wissen. Sie machte einen Test: Wolfs ließen sich von der Verwandten noch einmal einen Brief schicken, mit viel Papier und darin verpackt fünf Euro. Der Brief kam komplett zerrissen an und wieder ohne Geld.

„Es geht nicht um die Geldsummen“, sagt die Tochter, „aber ich erkenne ein System dahinter.“ Deshalb ist sie zur Polizei Oberschleißheim gegangen, die den Vorfall aufgenommen und an die Kriminalpolizei weitergeleitet hat. Dort laufen, mit den aufgerissenen Briefen als Beweismaterial, die Untersuchungen des Falles.

Auch die Deutsche Post ist sehr interessiert, den Fall aufzuklären. Der interne Sicherheitsdienst untersuchte anhand der Dienstzeiten der Mitarbeiter an den Tagen des Brieftransports in den Verteilzentren den Fall, fand da aber keinen Verdächtigen, der an allen Tagen Dienst hatte. Pressesprecher Erwin Nier erklärt, dass die Post nun auf die Herausgabe der Briefe durch die Kriminalpolizei wartet: „Wenn wir die in den Händen halten, können wir sagen, ob das an einer Maschine im Verteilzentrum oder mutwillig durch eine Person passiert ist.“ Die Post habe selbst sehr großes Interesse, eventuell schwarze Schafe unter ihren Mitarbeitern herauszufiltern.

Erwin Nier sagt aber auch, dass im Verteilzentrum Freising mit einem täglichen Durchlauf von mehr als 100 000 Briefen kein Mitarbeiter konkret Post der Familie Wolf in Garching herauspicken könne. Ihn habe an dem Garchinger Fall besonders erschreckt, dass ein genauer Test der Kunden nach dem ersten Vorfall im Dezember den nächsten Diebstahl gebracht habe. Die Post sitzt deshalb in den Startlöchern, um nach der Herausgabe der Briefe durch die Polizei den seltsamen Fall ganz gründlich zu untersuchen.

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