Konzert vor der großen Tafel: Franz Wagner dirigiert den Campus-Chor. Foto: Gerald Förtsch

Konzert bei den Maschinenbauern: Wagners Meistersinger statt Motorenlärm

Garching - Für das Sommerkonzert zum Abschluss eines Studienjahres hat sich der 2006 von Franz Wagner gegründete Campus-Chor Garching Verstärkung geholt: Das Münchner Blechbläserquintett „Brasspirin" gastierte im Hörsaal des Lehrstuhls Maschinenbauwesen an der TU München und trat mit dem Chor in einen äußerst wohlklingenden Wettstreit.

Kleines Beispiel: Sowohl Chor als auch Bläser waren beim 100. Psalm von Heinrich Schütz so voluminös und ausdrucksstark, dass keiner allein dominant im Vordergrund stand. Es war ein Miteinander von herrlichen, starken Stimmen und ebenso wunderbarer, kraftvoller Musik. So eindrucksvoll wie die sechs Bläser waren auch die 35 Sängerinnen und Sänger während des ganzen Programms.

Und das hatte viel zu bieten. Mit großer Intensität stimmte der Chor Werke von Ludwig Senfl und Orlando di Lasso aus der Rennaissance an. Bei Wagners „Wach auf“ aus den Meistersingern begrüßten Bläser und Chor den nahenden Tag mit seiner Morgenröte auf berückend schöne und harmonische Weise. Für alle, die bei Bach oder Dvorak zu sehr im Schwelgen versunken waren, schmetterte das Bläserquintett Fanfaren-Klänge und läutete damit den moderneren, leichten Konzertteil ein. Und da kam man nicht mehr nur mit Blasinstrumenten und Chorstimmen aus, sondern man griff auch zu Klanghölzern, Regenstäben und Shakers, das Tamburin kam ebenso zum Einsatz wie die Trommel und es gesellten sich Flöte, Klavier und Marimba hinzu: Es gab ein rhythmisch-lehrreiches „The Making of the Drum“, das romantische „Fly me to the Moon“ oder den Spiritual „Deep River“.

Als Glanz- und Schlusspunkt zugleich hatten sich der Campus-Chor Garching und das Blechbläserqunitett „Brasspirin“ das fröhliche und muntere „Tutti venite armati“ von Giovanni Gastoldi ausgesucht. Der Chor unter der Leitung von Franz Wagner und das von Horst Wieser geleitete Quintett Brasspirin boten mit diesem Konzert einen anspruchsvollen und gut gelaunten Semesterabschluss und bescherten dem Publikum viel Freude.

Bescherung war aber auch auf der Bühne angesagt, denn Dirigent Franz Wagner dankte acht Chormitgliedern für fünf Jahre Treue mit einem Fläschchen Nusslikör aus Berchtesgaden. Dem Chor gehören seit sieben Jahren nicht nur Studenten an, sondern auch Angestellte der TU München und Ruheständler sowie Sänger aus fast allen Garchinger Forschungsinstituten und aus dem Umland.

Dabei kommen schon mal bis zu 20 Nationalitäten zusammen. Dass es mit dem Miteinander sowohl stimmlich als auch menschlich bestens klappt, hat der Chor bereits bei mehreren Konzerten in Weihenstephan, Freising, Erding und München bewiesen. Auch in Garching stekllten sie ihr Können unter Beweis. mf

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