Auf der Suche nach Gleichgesinnten: Florian Birzer hat vor einem Jahr das Darts-Fieber gepackt. 
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Auf der Suche nach Gleichgesinnten: Florian Birzer hat vor einem Jahr das Darts-Fieber gepackt. 

Nicht mehr alleine an der Scheibe

18-Jähriger will Darts-Klub in Garching gründen

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Weil er keine Lust mehr hat, alleine an der Scheibe zu stehen, will ein Schüler aus Garching einen Darts-Klub in der Stadt gründen. Erste Mitstreiter hat er bereits gefunden.

Garching – Fast jeder kennt sie: die Automaten mit der runden Scheiben und weißen und schwarzen Feldern. Und fast jeder hat auch schon mal einen Pfeil auf diese Scheibe geworfen. Darts ist in Deutschland ein beliebter Kneipensport. Doch das Interesse, auch außerhalb der Lokale zu spickern, steigt. Damit er das nicht alleine machen muss, will der 18-jährige Florian Birzer aus Garching einen Darts-Klub in der Universitätsstadt gründen.

Mit seinem Wunsch, regelmäßig Darts zu spielen, steht der 18-Jährige nicht alleine vor der Scheibe. Durch einen Facebook-Aufruf hat er sieben Gleichgesinnte gefunden, mit weiteren steht er im Konakt. Dazu kommt noch eine Gruppe, die regelmäßig im „Hopfen & Malz“ spielt und dem Verein auch beitreten würde.

Die Darts-Spieler werfen dann allerdings nicht wie in einer Kneipe auf eine elektronische Scheibe, sondern eine aus Kork. Steeldarts nennt sich diese Art des Sports, bei der die Spieler ihre verbleibenden Punkte selbst errechnen müssen. Für Florian Birzer ist das kein Problem, auch wenn der Elftklässler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium zugibt, dass Mathe nicht sein bestes Fach ist. Aber von 501 auf Null zählen – in den verschiedensten Varianten –, das schafft er mühelos.

Darts-Begeisterung steigt trotz Niederlage im ersten Match

Dabei spielt Birzer erst seit einem guten Jahr regelmäßig Darts. Aufmerksam auf den Sport ist er durch jährliche Weltmeisterschaft geworden. „Ich hab’ mir gedacht: Das muss ja ganz einfach sein. Sie werfen nur Pfeile auf eine Scheibe.“ Dass es nicht ganz so einfach ist, merkt er direkt bei seinem ersten Spiel – in der Kneipe. „Ich habe im ersten Spiel gleich das erste Mal verloren“, erinnert er sich. 

Die Niederlage weckt den Ehrgeiz: Der Schüler kauft sich Pfeile, eine Scheibe und trainiert im Keller seines Elternhauses zwischen Kisten mit Kindheitserinnerungen. Nach etwa vier Wochen fordert er Revanche – und gewinnt. Birzers Motivation wird noch größer, mindestens eine Stunde steht er jeden Tag an der Scheibe.

Doch immer alleine spielen, das macht nicht viel Spaß. Deshalb fährt er seit einem guten halben Jahr nach Erding, um dort im Verein gegen andere zu spielen – auch bei Turnieren. „Das ist was ganz anderes“, sagt er. In dieser Zeit reift bei ihm der Wunsch nach einem Darts-Angebot in Garching. „Warum soll das nicht funktionieren?“, fragt er. Die ersten Reaktionen in den sozialen Netzwerken bestätigen ihn.

Darts im Garchinger Bürgerhaus?

Wichtig ist Birzer, dass ein Garchinger Darts-Klub kein Kneipenverein ist. „Ich möchte das nicht so laienhaft machen, sondern mit Elan.“ Er möchte im Ligabetrieb spielen, und hat sich bereits Gedanken gemacht, wo künftig die Pfeile auf die Scheibe fliegen sollen. „Ich würde gerne ins Bürgerhaus. Dort sind viele Vereine und es gibt eine Gastronomie.“ Beispielsweise könnte man sich einen Raum mit den Schützen teilen.

Doch bis es so weit ist, müssen sich die Garchinger Darts-Sportler erst einmal kennenlernen. Am heutigen Freitag treffen sie sich und werfen die ersten Pfeile. „Ich kenne ihr Niveau überhaupt nicht“, sagt Birzer, der sich aufs Kennenlernen freut. Denn ihm ist die Gemeinschaft wichtiger als das Können an der Scheibe. 

Das Kennenlernen

findet am Freitag, 18. Juni, um 20 Uhr im Rathausstüberl statt. Bei Interesse einfach spontan vorbeikommen.

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