Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin

Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin
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Liebte seine Vereine und seine Stadt: Walter Fölsner senior (5. v.r.) an seinem 90. Geburtstag mit einer Fahnenabordnung der Schützengesellschaft Eintracht Garching. Links sein Sohn Walter Fölsner junior.

Nachruf

Abschied von einem Ur-Garchinger

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Garching – Normalerweise hat Walter Fölsner seinen Sohn Walter Fölsner junior stets mit einem „Pfiat di“ oder „Servus“ verabschiedet, so wie man es in Bayern zu tun pflegt. Diesmal jedoch wählt er andere Worte: Nachdem sie gemeinsam vom Schwabinger Krankenhaus nach Garching zurückgekehrt sind, habe der Vater zu ihm an der Tür gesagt: „Vergelt’s Gott Walter für alles.“ Noch in der Nacht stirbt Walter Fölsner im Alter von 93 Jahren.

„Vielleicht hat er ja etwas geahnt“, sagt sein Sohn nachdenklich. „Er war einer, der seinen Körper gut gekannt hat – und sich häufiger auch mal selbst aus dem Krankenhaus entlassen hat.“

Mit Walter Fölsner senior verliert die Stadt Garching einen Alteingesessenen, wie es sie heute nicht mehr viele gibt. Mehr noch: Sie verliert einen Menschen, der das Vereinsleben im Ort geprägt hat wie nur wenige andere. VfR Garching, Schützengesellschaft Eintracht Garching und die Eisstockschützen vom EC Garching: Bei allen drei Clubs war Walter Fölsner von der ersten Stunde an dabei, als sie nach dem Krieg wiedergegründet wurden. Beim VfR saß er im Vorstand und war überdies „ein gefürchteter Mittelstürmer, über den sie heute noch reden“, erzählt sein Sohn.

Angebot von den Löwen abgelehnt

Einmal habe er gar ein Angebot vom TSV 1860 München ausgeschlagen, und dann gebe es noch die schöne Anekdote über den heutigen Dritten Bürgermeister Walter Kratzl. Der habe seinen Vornamen nämlich Walter Fölsner senior zu verdanken, erzählt dessen Sohn. „Weil der so gut Fußball gespielt hat, hat er den Namen bekommen. Das hat mir der Vater vom Walter Kratzl einmal erzählt.“

Doch nicht nur im Vereinsleben war Walter Fölsner senior ein geselliger Mann, den halb Garching kannte und der immer für einen Schwatz zu haben war. „Er hat eine freundliche Ausstrahlung gehabt und ist auf die Leute zugegangen“, sagt sein Sohn. Dabei kannte der Vater auch die dunklen Seiten des Lebens: 1922 in Garching geboren, musste Fölsner nach der Pflastererlehre in den Krieg. Erst nach drei Gefangenschaften – bei Amerikanern, Briten und Franzosen – kehrte er in die Heimat zurück. 1949 ehelichte er seine erste Frau, die 1953 mit der Tochter im Kindbett verstarb. Wenig später heiratete Walter Fölsner seine Katharina, mit der er eine glückliche Ehe führte und Goldene Hochzeit feierte. 

Großer Zusammenhalt unter den Alteingesessenen

Beruflich blieb Walter Fölsner zeitlebens bei der Münchner Firma Riepl, wo er 1964 seinen Meister machte und die Straßenbauabteilung übernahm. Auch nach seinem Ruhestand 1981 traf er sich noch mit den früheren Kollegen. „Das war ein Zusammenhalt, wie man es heute kaum mehr erlebt“, sagt sein Sohn. „Diese Männer hat wahrscheinlich auch das Baustellenleben zusammengeschweißt.“ Darüber hinaus engagierte sich der Rentner Walter Fölsner weiter in seinen Vereinen und ging regelmäßig in die Kirche. Und als seine Frau an Demenz erkrankte, pflegte er sie liebevoll bis zu ihrem Tod 2009. Derweil blieb Fölsner auch im hohen Alter noch geistig fit und zeigte reges Interesse am Stadtleben. „Unter den alteingesessenen Garchingern gibt es einen großen Zusammenhalt“, erzählt der Sohn, der ebenso wie seine Schwester Renate bis heute im Ort lebt. „Mein Vater hat sein Garching geliebt."

Beisetzung

Die Trauerfeier für Walter Fölsner findet am morgigen Donnerstag um 11 Uhr in der Kirche St. Katharina Garching statt. Anschließend folgt die Beisetzung auf dem Kirchenfriedhof

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