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Grüne dagegen

Der Haken am schnellen Internet für Garching: Strahlenbelastung steigt

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Schnelles mobiles Internet für ganz Garching. Was die Bürger schon seit längerem fordern, wird Wirklichkeit. Nur die Grünen sind skeptisch.

Garching – Wie Bürgermeister Gruchmann (SPD) im Stadtrat bekannt gab, beschloss das Gremium bereits im Januar nichtöffentlich, zwei bestehende Masten für LTE und künftig auch 5G aufzurüsten. Der Haken dabei: Die Strahlenbelastung rund um die Funkmasten nimmt zu..

Die beiden Antennen in der Max-Planck- und Otto-Hahn-Straße werden für den aktuellen (LTE) und künftigen (5G) Mobilfunkstandard freigegeben. „Es gibt noch immer einige Ecken, in denen es keinen gutem Empfang gibt. Dem schaffen wir nun Abhilfe“, sagte Gruchmann. Damit sind dann bis zu 100 Mbit/s auf dem Smartphone oder Tablet möglich.

Garching verzichtet auf Schweizer Anlagenwerte

Der Grund: Die Stadt verzichtet künftig auf die sogenannten Schweizer Anlagenwerte. Diese geben vor, dass lediglich zehn Prozent der maximalen elektronischen Feldstärke erreicht werden (siehe Kasten). Aufgrund der einstigen Regelung waren die Bürger bislang einer geringeren Strahlung durch das magnetische Feld ausgesetzt, dafür war der Mobilfunkempfang geschwächt.

Durch den Verzicht auf die strengeren Grenzwerte schafft die Stadt ein Relikt aus der Anfangszeit des Mobilfunks in den 1990ern ab. „Damals waren alle vorsichtiger“, sagte Gruchmann. Mittlerweile gebe es jedoch neue Erkenntnisse der Technischen Universität Illmenau, die die Bundesgrenzwerte als ausreichend darstellen.

Deshalb stimmte der Stadtrat auch der Anfrage der Telekom zu, die beiden „überdurchschnittlich gut geeigneten“ und für das mobile Breitband in Garching unabdingbaren Antennen auszubauen.

Widerstand von den Grünen 

Widerstand gibt es nach wie vor von den Grünen. „Wir haben uns geschlossen dagegen gestellt“, betonte Fraktionssprecher Hans-Peter Adolf. Die Garchinger könnten bei der Handynutzung kontrollieren, wie viel Strahlung sie abbekommen, sich aber „nicht gegen ununterbrochen sendende Anlagen wehren“. Sein Fazit: Garching sei von den Mobilfunkanbietern einfach schlecht versorgt. Ihm wären mehr Masten mit weniger Leistung lieber.

Der Netzausbau im Ort ist allerdings beschlossen. Auch die Baugesellschaft München-Land, auf deren Gebäuden die Anlagen stehen, hat dem bereits zugestimmt. Wann das mobile Breitband für ganz Garching verfügbar sein wird, ist noch offen. Derzeit überprüft ein Fachmann der Baugesellschaft das Vorhaben noch einmal. Bürgermeister Gruchmann ist dennoch guter Dinge, dass Garching „in naher Zukunft“ flächendeckend mit LTE versorgt ist.

Mobilfunk-Grenzwerte

Die Grenzwerte im Mobilfunk sind abhängig von der Frequenz, auf der die Netze senden. Beim LTE-Netz sendet die Telekom auf einer Frequenz um 1800 Megahertz, Vodafone um 2600 Megahertz. Der entscheidende Grenzwert ist die elektrische Feldstärke. Die Werte sind in der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Im Telekomnetz liegt der Grenzwert bei 58 Volt pro Meter, bei Vodafone sind es 61 Volt pro Meter. Je näher die tatsächliche Feldstärke an den Grenzwerten liegt, desto besser ist das Netz. Die Schweizer Anlagenwerte regeln, dass die Feldstärke an empfindlichen Orten – etwa in Wohngebieten oder der Nähe von Kindergärten und Schulen – auf zehn Prozent des Grenzwerts reduziert ist. Diese deutlich erhöhten Grenzwerte verhindern allerdings, dass das mobile Breitband angeboten werden kann

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