Frei laufender Hund in der Fröttmaninger Heide. 
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Frei laufender Hund in der Fröttmaninger Heide. 
Suchen Lösungen: (v.l.) Andrea Crapanzano, Gaby Lantenhammer, Inger Thomae, Gebietsbetreuer Tobias Maier, Wolfgang Schreyer, Maria Reuther und Martina von Poschinger. 
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Suchen Lösungen: ( v.l.) Andrea Crapanzano, Gaby Lantenhammer, Inger Thomae, Gebietsbetreuer Tobias Maier, Wolfgang Schreyer, Maria Reuther und Martina von Poschinger. 

Krisengipfel

Wildernde Hunde im Naturschutzgebiet

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Beim Gassigehen in den Naturschutzgebieten im nördlichen Landkreis gibt es Probleme, berichten Hundebesitzer, Jäger und Naturschützer. Eine Suche nach Lösungen.

Oberschleißheim – Emotional geht es hin und her zwischen Hundebesitzern, Jägern und Naturschützern. Sie schildern ihre Bedürfnisse, haben Verständnis für ihre Gegenüber und sind sich einig, dass etwas getan werden muss. Schon zwei Rehe sind in diesem Jahr von Hunden im Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz mit Heiden zwischen Garching und Oberschleißheim angefallen worden und gestorben. Weil sich die Halter nicht an die Regeln gehalten haben. Oder weil sie ihren Hund doch nicht so unter Kontrolle hatten, wie sie es vielleicht gedacht haben. Bei einer Gesprächsrunde im HeideHaus haben sich Hundebesitzer, Jäger und Naturschützer darüber unterhalten, welche Probleme es gibt und wie mögliche Lösungen aussehen können.

Gruppe aus Eching hält sich an die Regeln

Das Problem: Unter den elf Menschen, die der Einladung von Gebietsbetreuer Tobias Maier vom Heideflächenverein gefolgt sind, waren nur die, die erkannt haben, dass es nicht mehr so läuft, wie es eigentlich sollte. „Wir werden angesprochen, auch wenn unsere Hunde an der Leine sind. Vor allem von nicht Hundebesitzern“, sagte etwa Andrea Crapanzano. Sie ist mit ihren Freundinnen Gaby Lantenhammer und Inger Thomae extra von Eching nach München gekommen, alle drei haben Hunde, mit denen sie oft im Mallertshofer Holz spazieren gehen.

Dabei gibt es strenge Regeln: Kommen Radfahrer, Spaziergänger oder andere Hunde, müssen ihre eigenen Hunde hören. Aufs Wort. Und außer Sichtweite stöbern geht gar nicht.

Einige Uneinsichtige vergiften das Klima

Doch offenbar haben nicht alle Halter bei Ausflügen ins Mallertshofer Holz ihre Hund so im Griff, wie die Gruppe aus Eching. Sie berichten, dass sie nach dem Vorfall im Februar, als im Februar ein Reh von einem freilaufenden Hund attackiert worden und daraufhin gestorben ist, noch die Blutlache gesehen hätten. Zurück geblieben ist ein ungutes Gefühl – und die Erkenntnis, dass etwas getan werden muss.

Deshalb ist auch Martina von Poschinger da, die mit einem Begehungsschein im Mallertshofer Holz jagt. „Ich wurde schon von Spaziergängern angesprochen, dass Sie Angst vor Hunden hätten und ob ich da was machen könne“, sagt sie. Nur: Oft seien die wenigen Hunde, die nicht hören, alleine unterwegs, die Halter „kann man dann gar nicht finden“. Und trifft sie doch einmal einen Halter, der seinen Hund unbeobachtet durch Wald und Heide streifen lässt, sei die Reaktion auf eine Ansprache oft dieselbe – in Richtung „Rutsch mir doch den Buckel runter“.

Jagdpächter macht schlechte Erfahrungen

Von ähnlichen Erfahrungen berichtet auch Wolfgang Schreyer, Jagdpächter der südlichen Fröttmaninger Heide: „Es gibt zehn bis 15 Hundebesitzer, die sich um nichts scheren. Einige wenige vergiften die Luft.“ Dass Lösungen her müssen, um das Miteinander zwischen Hundebesitzern, Jägern und Förstern, aber auch Spaziergängern und Radfahrer in den Erholungsgebieten zu verbessern, da sind sich alle Anwesenden einig. Nur ist das gar nicht so einfach. „Es gibt kein Konzept für Hunde im Landkreis München“, berichtet Maria Reuther, Revierleitern der bayerischen Staatsforsten. Heißt: Wirkliche Flächen, wo Hunde ohne Einschränkungen genügend Auslauf bekommen, gibt es nicht. Sie schlägt vor, ein entsprechendes Gelände auszuweisen, idealerweise mit Bademöglichkeit für die Hunde. Am Hollerner See, der gerade erst ausgebaut wird, sieht sie ein mögliches Gebiet.

Gesprächsrunde ein guter Auftakt

Unmittelbar umsetzbare Lösungen hat die Gesprächsrunde am Samstag zwar nicht gefunden, dafür fanden die Teilnehmer zueinander. Kontaktdaten wurden getauscht, um sich gemeinsam für stressfreie Tage in den Naturschutzgebieten im nördlichen Landkreis einzusetzen. Und um möglicherweise mal gemeinsam eine größere Runde im Mallertshofer Holz zu drehen. Deshalb ist Gebietsbetreuer Tobias Maier sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Es waren mehr Leute da als erwartet. Und wir sind ins Gespräch gekommen.“ Wenngleich nur die „braven“ Hundebesitzer gekommen sind und nicht die, die es nötiger hätten.

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