Routine sticht! Sechzig siegt dank Oldie-Toren bei Grünwalder-Rückkehr

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Eine Maria Ptrona Bavariae am Hüterweg

Beten und trinken im Blickfeld der Muttergottes

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Garching - Es soll ein Platz zum Ausruhen, Beten und Meditieren sein – und das direkt gegenüber jenes Orts, wo es in Garching bald zünftig, bierselig und mitunter auch recht laut zugehen wird.

Doch für Günter Koller ist das kein Widerspruch. „Schauen Sie sich die bekannten bayerischen Wallfahrtsorte an“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins St. Severin. „Da sind Biergärten und kirchliche Einrichtungen fast immer nebeneinander.“ Und so will auch der Verein eine Skulptur der Gottesmutter Maria, der Patrona Bavariae, auf der Wiese am Hüterweg aufstellen – vis-à-vis des Augustiner-Biergartens, der im Oktober öffnet. 

Diesem Standort hat der Stadtrat wie berichtet bereits zugestimmt. Nun hat der Förderverein entschieden, wie die Marienfigur im Detail aussehen soll. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, bei dem drei Bildhauer ihre Vorschläge für eine Patrona Bavariae „in zeitgemäßer Kunst“ einreichten. 

Am Donnerstag wird die Skulptur im Stadtrat vorgestellt

Eine Jury um den renommierten Theologie-Professor Ludwig Mödl entschied sich letztlich für das Modell der Künstlerin Lioba Leibl aus dem Kreis Dachau, das entgegen des Ursprungsplans keine Mariensäule ist, sondern eine Bronzeskulptur auf einem Sockel, 2,50 Meter hoch. An dem Vorschlag der 56-jährigen Künstlerin habe die Jury vor allem auch die Einbettung der Marienfigur in ihre Umgebung überzeugt, sagt Günter Koller. Da es sich um ein städtisches Grundstück handelt, müsse dies jedoch erst noch vom Stadtrat abgesegnet werden; an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr stellt Lioba Leibl ihren Vorschlag im Gremium vor.

Ein Zacken aus Marias Krone

Den Wunsch nach einer Figur der Patrona Bavariae, der Schutzheiligen von Bayern, gebe es in Garching seit Jahrzehnten, sagt Günter Koller. Daher sei der Förderverein aktiv geworden, um mittels Spenden eine solche Skulptur zu finanzieren – so wie er das zuvor unter anderem bei der Turmsanierung in St. Katharina oder beim neuen Kreuz in St. Severin getan hat. 

Diesmal liegen die Kosten bei rund 95000 Euro; gut ein Drittel davon habe man schon beisammen, sagt Koller – und das, obwohl man bislang noch nicht aktiv gesammelt habe. „Wir wollen erst akquirieren, wenn wir endgültig wissen, wie die Skulptur aussieht.“ Der Zeitplan steht schon: Im August 2017 soll die Bronzefigur aufgestellt werden, sodass sie pünktlich zu den Feierlichkeiten anlässlich des 50. Jahrestags der Weihung der Severin-Kirche fertig ist. Danach werde die Patrona Bavariae vornehmlich ein „Ort zum Zurückziehen“ sein, sagt Koller, der überdies bei Prozessionen als Start- oder Endpunkt dienen könne.

Demütig, aber nicht unterwürfig

Die recht moderne Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem Arm werde sicher für Diskussionen sorgen, glaubt der Vereinsvorsitzende. Schließlich soll die Marienskulptur vor allem Demut repräsentieren – „aber nicht im Sinne von Unterwürfigkeit“, sagt Lioba Leibl. Sie will, dass der Betrachter der Skulptur auf Augenhöhe begegnet. Von ihrem Sternenkranz verbleiben der Maria nur vier Sterne auf dem Kopf, die anderen sind im Boden versenkt. Dort finden sich auch die Worte „Würde“, „Menschen“, „unantastbar“ – eine Referenz auf das Grundgesetz. Darüber hinaus reicht Maria dem Betrachter einen ihrer Sterne. „Sie bricht sich also gewissermaßen einen Zacken aus der Krone“, erklärt Leibl.

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