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Keine Zwölftonner auf dem Helmut-Karl-Platz: Die Garchinger Grünen um Rolf Schlesinger, Hans-Peter Adolf und Walter Kratzl (v.l.) streben ein Bürgerbegehren an, um den Schwerlastverkehr zwischen U-Bahn-Aufzug und Bäckerei zu verbannen.

Helmut-Karl-Platz

Bürgerentscheid gegen Lkw im Herzen Garchings

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Garching - Per Bürgerentscheid wollen die Garchinger Grünen Lastwagen vom Helmut-Karl-Platz verbannen. Ihr Vorstoß richtet sich gegen einen Beschluss, wonach die Anlieferung dort auch mit Zwölftonnern genehmigt werden soll.

Helmut Karl ist ein Meister des Kompromisses gewesen. Stand im Stadtrat eine Abstimmung an, dann wusste der 2012 verstorbene Altbürgermeister oft schon vorher, welche Hände gleich nach oben gehen werden. Denn meist hatte der SPD-Mann im Vorfeld verhandelt; Politik war für ihn ein Geben, Nehmen und Feilschen, bei dem man seine Meinung auch mal in Seehofer’scher Blitzesschnelle ändern durfte – um der eigenen Ziele willen. Es will daher so gar nichts ins Bild passen, dass nun ausgerechnet um den Helmut-Karl-Platz ein Gezanke entbrannt ist, bei dem die Fronten verhärtet sind.

Weg zwischen Schwanenbrunnen und Bäckerei sperren

Anlass ist eine Entscheidung im Hauptausschuss des Stadtrats: Er hat im Herbst die Anlieferung der Geschäfte in der Fußgängerzone über den Helmut-Karl-Platz genehmigt – doch damit wollen sich die Grünen nicht abfinden. Sie starten nun ein Bürgerbegehren, um den Weg zwischen Schwanenbrunnen und Bäckerei für Lkw zu sperren. „Wir wollen verhindern, dass der Helmut-Karl-Platz mit Zwölftonnern überfahren wird“, sagt Fraktionschef Hans-Peter Adolf. „Das würde das Leben hier zerstören.“

Der Streit schwelt seit Jahren

Der Streit um die Zufahrt zu den Geschäften – allen voran zur einstigen Schlecker-Filiale – treibt die Garchinger Politik seit Jahren um. 2013 votierte der Ausschuss für ein Lkw-Verbot; die Anlieferung sollte stattdessen nur über die Telschowstraße laufen. Dagegen klagte der Ex-CSU-Stadtrat Albert Ostler. Seiner Familie gehört die Schlecker-Immobilie, die seit 2012 leer steht – „wegen der schwierigen Anlieferung“, glaubt Beate Ostler. „Es gibt ein breites Spektrum von Interessenten, aber die ungeklärte Zufahrtssituation ist für viele ein Problem“, sagt Beate Ostler.

Lösung mit Poller

Bevor das Verwaltungsgericht ein Urteil sprach, kam es jedoch zu einer Mediation samt Kompromissvorschlag, dem der Hauptausschuss letztlich zustimmte. Er sieht einen versenkbaren Poller auf Höhe des Hotels vor, sodass Laster über die Telschowstraße ein- und den Helmut-Karl-Platz ausfahren können – ohne zu wenden. Zudem sollen auch Zwölftonner statt bislang nur 7,5-Tonner erlaubt sein, und die Anlieferzeiten werden wochentags auf 7 bis 19 Uhr und samstags bis 13 Uhr erweitert.

Dieser Vorschlag stößt bei den Grünen, die im Ausschuss dagegen stimmten, auf Widerstand. „Die Stadt hat sich bei der Mediation über den Tisch ziehen lassen“, glaubt Adolf. „Das war ein Triumph für die Familie Amon/Ostler, weil die SPD im Ausschuss umgekippt ist.“

Grüne sammeln Unterschriften

Das Argument, wonach der einstige Schlecker nur wegen der Anliefersituation leer stehe, lässt er nicht gelten. „Der Laden wäre gut vermietbar. Das liegt eher an der Miete, die dort verlangt wird.“ Da Bürgerbegehren in verkehrsrechtlichen Fragen nicht zulässig sind, habe man sich auf die Ebene des Bebauungsplans begeben, erklärt Adolf. So fordern die Grünen, dass selbiger so abgeändert wird, dass zwischen Hotel und früherem Schlecker keine Laster mehr fahren können – etwa mittels einer Grünfläche.

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