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„Kaier Alexander“ heißt diese Apfelbaumsorte: Kristina und Thomas Brunn sowie ihr achtjähriger Sohn Markus haben die Patenschaft für einen Apfelbaum im Garchinger Bürgerpark übernommen – und ihn selbst eingepflanzt. Im Hintergrund weitere Paten. 

Selbstbewusst

Bürgerpark Garching ist visionär wie der Englische Garten

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Kritik am Garchinger Bürgerpark kontert Bürgermeister Dietmar Gruchmann lässig: Der Englische Garten war am Anfang auch umstritten. Und heute? Eben! 

Garching – Thomas Brunn ist Jungimker; seine Bienen, die zurzeit am Schloss Schleißheim leben, will der 41-Jährige bald zu sich nach Garching holen. Für die Bienenstöcke wird sich im familieneigenen Garten sicher noch ein Eckerl finden lassen, für einen Obstbaum hingegen sei schlicht kein Platz, sagt Ehefrau Kristina Brunn – bevor die 41-Jährige zum Spaten greift, um die Grube rund um den Apfelbaum der Sorte „Kaiser Alexander“ zuzuschaufeln. Nicht bei sich daheim, sondern im Garchinger Bürgerpark.

Weil ihr Garten zu klein ist und „weil man als Imker ja auf Obstbäume achten sollte“, sagt Thomas Brunn, hat die Familie eine Patenschaft für einen Baum im dortigen Obsthain übernommen. Und nicht nur sie: Binnen weniger Tage nach Bekanntgabe der Paten-Aktion seien alle 27 Bäume vergeben gewesen, erzählt Umweltreferent Christoph Marquart. „Das zeigt das große Interesse der Garchinger an ihrem Bürgerpark.“

Mutiger Vergleich

Dabei gibt es auch kritische Stimmen, wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) beim Fest anlässlich der Pflanzaktion einräumt: „Es gibt Leute die sagen: Ein Bürgerpark direkt an den Isarauen? Brauchen wir das?“ Er finde Ja, betont der Rathauschef, der sogar den Vergleich mit Ludwig I. nicht scheut, der einst den Englischen Garten in München anlegte und dafür ebenfalls kritisiert wurde. „Heute sagt jeder: Das war visionär. Und ich glaube, dass wir auch visionär handeln.“

Bis der Bürgerpark zwischen Hüterweg und Wiesäckerbach fertig ist, wird es noch Jahre dauern. Woher die dafür nötigen Millionen kommen sollen, ist auch noch offen. Immerhin: Der Park nimmt langsam Gestalt an. So sind die Hauptwege angelegt, dazu wurden zwei Hügel modelliert, wovon der größere, neun Meter hohe, als Rodelberg dienen soll. Dieses Jahr werde man noch eine große Spielwiese ansäen, erzählt Ulrike Tuchnitz vom zuständigen Planungsbüro, sodass die Garchinger ihren Park ab dem Spätsommer „schon richtig benutzten können“. Im Herbst sollen 64 weitere Bäume rund um die EWG-Zentrale gepflanzt werden, kündigt Christoph Marquart an. „Und da werden wir auch wieder Patenschaften anbieten.“

Pflanzaktion kommt gut an

Im Fall der 27 Obstbäume, für die die Paten zwischen 95 und 165 Euro berappt haben, dauert es kaum eine Stunde, bis alle gepflanzt sind. Danach können sich die Besucher dem Freibier widmen. Anfangs ist der Andrang noch überschaubar, wohl auch, weil zeitgleich der Radlflohmarkt und der Große Markttag im Ortszentrum stattfinden – eine Terminkollision, die bei vielen Bürgern auf Unverständnis stößt. Doch schon zur Mittagsstunde ist es so voll, dass im Biergarten kein einziger Tisch leer bleibt.

Nachdem Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume im Boden sind, werde es wohl noch ein paar Jahre dauern, ehe man die Früchte ernten könne, sagt der Bürgermeister. „Die sind dann natürlich für alle Garchinger – und nicht nur für die Paten.“ Auch Kristine Brunn will dem Obsthain und ihrem Baum regelmäßige Besuche abstatten und Äpfel sammeln. „Daraus mache ich dann Kompott.“

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