Wohnungssuche in München
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Gericht: Kein „wichtiger Grund“

Wegen Corona-Lockdown: Münchner Student kündigt Wohnung fristlos - jetzt muss er tausende Euro nachzahlen

Nach einem Streit mit seinem Vermieter muss ein Student der TU München einige tausend Euro nachzahlen. Wegen der Corona-Pandemie hatte er seine Wohnung fristlos gekündigt.

Garching – Das Amtsgericht München machte einem TU-Studenten einen Strich durch die Rechnung, der sein Apartment in Garching fristlos „aus wichtigem Grund“ kündigte. Nachdem die Studenten ins Homeoffice verbannt und die Hörsäle wegen der Pandemie geschlossen wurden, sah der Student keinen Grund mehr, in Garching zu bleiben.

Corona-Pandemie: TU-Student kündigt Wohnung fristlos - jetzt muss er zahlen

Der junge Mann, der in Garching an der TU studierte, hatte seit August 2018 die möblierte Studentenbude in TU-Nähe gemietet. Am 14. April 2020 wurde er von der Uni informiert, dass das Studium wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht mehr im Präsenzbetrieb, sondern nur noch in digitaler Form angeboten werde. Tags drauf kündigte er dem Vermieter, räumte seine sieben Sachen zusammen, putzte und gab die Schlüssel zurück.

München: Corona-PAndemie kein Kündigungsgrund - Student muss Miete nachzahlen

Schließlich könnte er genauso gut per Internet von Zuhause aus in Frankenthal studieren, argumentierte der junge Mann gegenüber dem Vermieter. Als Student hätte er schon viel Geld ausgeben müssen, um die Technik für das Onlinestudium anzuschaffen, da könne er es sich nicht leisten, auch noch Wohnraum zu finanzieren, den er nicht brauche. Er habe genau so wenig Schuld an der eingetretenen Situation wie der Vermieter, sei aber der wirtschaftlich Schwächere, rechtfertigte er sich.

Die vermietende Grünwalder Gesellschaft hielt an der Kündigungsfrist fest und verklagte ihn. Der Amtsrichter gibt dem Vermieter recht: Ein Kündigungsgrund sei nicht gegeben, urteilte der Richter. Der Vermieter müsse nur für die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache sorgen. Das Apartment sei aber trotz Pandemie weiterhin nutzbar. Das Amtsgericht verurteilte den Studenten, vier Monatsmieten in Höhe von insgesamt 3280 Euro nachzuzahlen, im Gegenzug muss sein Vermieter ihm die Kaution in Höhe von 1860 Euro zurücküberweisen. icb

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