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Die blaue Schutzfolie ziehen Gerhard Bauer (l.) und Designer Matthias Stritzel von einem der Infektionsschutzschilder, die sie in ihrer Werkstatt produzieren. 

Infektionsschutz

Coronavirus: Garchinger Firma entwickelt Schutzschilde für Supermarkt, Apotheke und Co.

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Überall in den Supermärkten, Apotheken, Banken und Tankstellen ist es derzeit zu beobachten: Die Mitarbeiter werden von großen Kunststoffscheiben zum Schutz gegen das Coronavirus abgeschirmt. Hergestellt werden diese Schutzscheiben unter anderem in Garching-Hochbrück von der Firma Riwa.

Garching/Landkreis – Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren eigentlich spezialisiert ist auf Werbedisplays oder Kunststoffeinsätze, etwa für Kosmetikfirmen. Nun aber in der Coronakrise hat die Firma umgesattelt.

„Die Idee kam mir, als ich vergangene Woche bei meiner Bank Geld abholen wollte und gesehen habe, dass die Mitarbeiter dort überhaupt nicht geschützt sind“, sagt Gerhard Bauer von der Firma Riwa. Zusammen mit Designer Matthias Stritzel entwickelte Bauer das Design für die Infektionsschutzschilde. Sie werden je nach Bedarf aus Plexiglas oder Polycarbonat hergestellt und sind an den Rändern gebogen, sodass sie einfach auf die Theke oder den Schreibtisch gestellt werden können. 

Coronavirus-Schutzschild: Anfragen aus ganz Deutschland

Präzisionsarbeit: Die Schutzschild-Rohlinge werden mit einem Laser geschnitten.

Die Polycarbonatschilde können im Gegensatz zu Plexiglas mit alkoholhaltigem Desinfektionsmittel gereinigt werden. Daher eignen sie sich für besonders gefährdete Berufsgruppen, wie Ärzte oder auch Kassierer. Inzwischen erlebt das kleine Garchinger Unternehmen mit seinen 16 Mitarbeitern einen wahren Anfragen-Ansturm. „Vor allem Ärzte, Zahnärzte oder auch Hörgeräteakustiker melden sich bei uns“, sagt Bauer. Aus ganz Bayern, aber selbst aus Hannover gibt es bereits Bestellungen.

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Und weil die Infektionsschutzschilde an den Rändern umgebogen werden, reichen Materialstärken von drei Millimetern aus. Daher sind sie laut Bauer auch relativ preiswert: Ein Schild mit 58 Zentimetern Breite und 69,5 Zentimetern Höhe kostet je nach Material 88 bis 112 Euro.

Aus diesem Grund soll die Idee nicht patentiert werden

Doch nicht der Profit, sondern vor allem der Schutz der Menschen, die aufgrund ihres Jobs viel Kundenkontakt haben, soll an erster Stelle stehen, betont Bauer. Deshalb will sich das Unternehmen seine Schutzschildmuster auch nicht patentieren lassen. „Das kann sich jeder nachbauen, wenn er es möchte, damit alle was davon haben“, sagt Bauer. 

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