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Coronavirus: Vorsicht vor falschen Einkaufshelfern - Sie haben es besonders auf ältere Menschen abgesehen

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Von: Sabina Brosch

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Die Notsituation besonders älterer Menschen machen sich immer öfter Betrüger zunutze, die sich als Einkaufshelfer ausgeben. © dpa-tmn / Christin Klose

Die ersten Trickbetrüger, die sich die Coronakrise zunutze machen wollen, kriechen bereits aus ihren dunklen Löchern. Zwei konkrete Fälle in Garching belegen, dass Betrüger den Garchinger Einkaufsdienst zu „unterwandern“ versuchen. Die Täter geben sich als „Helfer“ aus und haben es vor allem auf ältere Menschen abgesehen.

Garching/Landkreis – Wer den Garchinger Einkaufsservice aufgrund der Coronakrise nutzen möchte, muss bei der Telefon-Hotline (089/32 08 94 60 und -470) der Stadt anrufen. Dort werden die Bestellungen aufgenommen und auch ein Code-Wort vergeben, mit dem sich die Besteller und der Lieferdienst identifizieren. „Gibt es kein Codewort, dann sofort die Türe wieder zumachen, kein Geld vor die Türe legen und auch keinesfalls jemanden in die Wohnung lassen“, rät Monika Marquardt eindringlich. Sie sitzt seit einer Woche an der Telefon-Hotline, nimmt die Einkaufslisten von Älteren und hilfsbedürftigen Menschen entgegen.

Betrüger nutzen Coronakrise aus: Alarmierende Anrufe

Am Montag jedoch gingen zwei alarmierende Anrufe bei ihr ein. „Es habe jemand angerufen, der gefragt hat, ob etwas gebraucht wird. Ein Helfer komme vorbei, um die Einkaufsliste zu Hause aufzunehmen“, schildert Marquardt, bei der sofort die Alarmglocken klingelten. „Denn wir rufen niemanden an. Niemand kommt von uns nach Hause ins Wohnzimmer. Wir liefern nur das vor die Türe, was an uns telefonisch herangetragen wurde.“ Monika Marquard kann es einfach nicht glauben, dass Menschen immer wieder Notsituationen ausnutzen. „Ich bin fassungslos!“ Gerade die Hochbetagten hören oder sehen unter Umständen nur schlecht, sind oft gutgläubig und fallen dann auf die Betrüger, die freundlich und nett auftreten und einen seriösen Eindruck machen, herein.

„Denen muss das Handwerk gelegt werden“

In Garching wird der kontaktlose Einkaufsservice über eine vor der Türe abgelegten Tasche durch die Nennung eines Codewortes abgesichert, den nur Besteller und Lieferer kennen. Monika Marquardt überlegt gerade, wie das Liefersystem noch besser gegen Betrüger abgesichert werden könne, „die dürfen keine Chance haben, denen muss das Handwerk gelegt werden.“

Vor einer Woche tröpfelten die Bestellungen noch schleppend herein, „in der zweiten Woche nun mehren sich die Anfragen, da mittlerweile die Flyer in den Geschäften verteilt und auch in die Briefkästen eingeworfen wurden“, sagt Marquardt. Vor Ostern, wenn die Geschäfte dann ein paar Tage zu sind, erwartet sie einen weiteren Aufschwung. „Das ist auch gut so! Wichtig ist, dass die Risikogruppen jetzt besonders geschützt werden und zu Hause bleiben.“

Übergabe mit Codewort

Beim Garchinger Einkaufsservice und Lieferdienst stehen die Fußballer des VfR Garching, der Burschen- und Deandlverein Garching und Hochbrück in den Startlöchern. Sie kaufen die „Bestellungen“, die Marquardt täglich bis 12.30 Uhr annimmt ein und liefern diese dann vor die Türe, wo auch die Bezahlung stattfindet. „Wir klingeln, tauschen das Codewort aus und legen den Einkauf in den vor der Haustür abgestellten Behälter“, sagt Florian Cygan, der die Koordination der Helfer in die Hand genommen hat.

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