Routine sticht! Sechzig siegt dank Oldie-Toren bei Grünwalder-Rückkehr

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Anneliese Attner (hinten l.) war die erste Leiterin des Betreuungs- und Freizeitzentrums, wie der 1976 eröffnete Seniorentreff anfangs noch hieß. Sie bot den älteren Mitbürgern ein breites Programm an – unter anderem Bastelstunden.

Jubiläum

Echte Heimat: 40 Jahre Seniorentreff Garching

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Garching - Bauchtanz, Yoga und Italienisch, dazu Wandertouren, PC-Kurse und Schafkopfen: Das Angebot des Garchinger Seniorentreffs liest sich wie ein VHS-Programm. Doch die Einrichtung, die am Donnerstag, 16. Juni, 40. Geburtstag feiert, ist weit mehr als das.

Der schönste Satz in all den Jahren stamme von einer Frau, die regelmäßig zu Gast im Garchinger Seniorentreff war, erzählt Beate Kopp. „Sie hat gesagt: Ich fühle mich hier wie zu Hause. Der Seniorentreff ist für mich eine richtige Heimat geworden.“ Die Sozialpädagogin, die die Einrichtung in der Mühlgasse gemeinsam mit Traudl Daubner-Höfler leitet, lässt diesen Satz einen Moment wirken. Dann fügt Beate Kopp hinzu: „Wer würde so etwas schon über die VHS sagen?“ 

Viel mehr als die VHS

Dabei erinnert das Angebot des Seniorentreffs durchaus an das Programm einer Volkshochschule: Es gibt diverse Sportgruppen von Yoga bis Nordic Walking, dazu Sprach- und Handarbeitskurse, Führungen, Vorträge und Wanderungen. Mehr als 10 000 Teilnahmen verzeichnet die Einrichtung pro Jahr. Und doch will der Seniorentreff mehr sein als nur ein Veranstalter von Treffen und Ausflügen. „Zu uns kommen viele Menschen, die soziale Kontakte suchen“, sagt Beate Kopp. Einige von ihnen seien fast täglich hier: „Zweimal die Woche Sport, ein Sprachkurs für den Kopf, Malen für die Kreativität und natürlich der PC-Treff – als Rentner muss man heutzutage ja auch mit dem Smartphone klarkommen.“ 

Erste Anlage im Landkreis München

Gegründet wurde der Seniorentreff mit der Eröffnung der ersten Altenwohnanlage in Garching 1976. Das Ziel des damaligen Bürgermeisters Helmut Karl: Er wollte erschwinglichen Wohnraum für ältere Menschen schaffen, die sich die teuren Mieten nicht leisten können. „Das war die erste Anlage dieser Art im Landkreis“, sagt Beate Kopp. „In den 1970ern war das eine wegweisende Einrichtung, die auch als Vorbild für andere Häuser diente.“

Vorbild für andere Häuser

Doch nicht nur Wohnraum sollten die Garchinger Senioren bekommen, sondern auch ein Betreuungs- und Freizeitzentrum, wie der Seniorentreff damals hieß. Wobei das Haus – anders als viele irrtümlich denken – keineswegs ein Altenheim sei, betont Traudl Daubner-Höfler. „Hier bei uns wird niemand betreut.“ Vielmehr sei der Seniorentreff „eine Art Freizeitheim für die Alten“, sagt Traudl Daubner-Höfler und grinst.

Einen Rückblick in Bildern haben Traudl Daubner-Höfler (l.) und Beate Kopp zusammengestellt. Sie arbeiten seit Jahren im Garchinger Seniorentreff.

Das Angebot richte sich an Frauen und Männer ab 60 – nicht nur aus der Wohnanlage, sondern aus ganz Garching. „Viele Gemeinden wissen gar nicht, wie viel sie sich durch solche Einrichtungen sparen“, sagt Beate Kopp. Denn: „Wer regelmäßig aktiv und unter Leuten ist, der wird seltener krank, lebt länger allein und wird älter.“

Haus renovierungsbedürftig

Wegen der stetig steigenden Nachfrage in den vergangenen Jahrzehnten sei man mittlerweile „relativ am Anschlag“, sagt Beate Kopp – „sowohl von den Räumlichkeiten als auch von den Mitarbeitern her“. Zudem sei das Haus renovierungsbedürftig, findet sie. „Wenn das Bürgerhaus fertig saniert ist, dann sind hoffentlich wir dran.“ Darüber hinaus hat Beate Kopp zum 40. Geburtstag des Seniorentreffs einen weiteren Wunsch in Richtung Politik: „Für die nächsten Jahre wünsche ich mir, dass die Wartelisten für unsere Veranstaltungen nicht länger werden“, sagt sie. „Und dass wir es räumlich und personell schaffen, den Senioren weiterhin so ein gutes Programm anzubieten.“

Zum Geburtstag eine kleine Blamage

Zum 40. Geburtstag des Garchinger Seniorentreffs in der Mühlgasse 20 werden sich die beiden Leiterinnen „ein bisschen blamieren“, sagt Traudl Daubner-Höfler und lacht vergnügt. Denn sie und Beate Kopp bringen bei der offiziellen Feier eine Gesangseinlage auf die Bühne – „mit Mut zur Unperfektheit“. Das Programm am Donnerstag ab 15 Uhr: Nach der Festrede des Bürgermeisters tritt das Garchinger Kabarettduo „Doppelpack“ auf; dazu zeigt die Malgruppe der Einrichtung ausgewählte Acrylbilder. Viel Zeit und Liebe stecken außerdem in einer Fotoausstellung mit Bildern aus 40 Jahren Seniorentreff.

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