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Neue Anschrift ohne Umzug: Bisher stand die Laudatekirche in Garching an der Niels-Bohr-Straße. Demnächst heißt dieser Abschnitt dann Martin-Luther-Platz. 

Einstimmig beschlossen 

Ein Platz zu Ehren von Martin Luther

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Anlässlich des Luther-Jubiläumsjahres benennt die Stadt Garching ein Grundstück um. Dadurch ändert sich die Anschrift der Laudatekirche und zweier Verwaltungsgebäude.

Garching Soeben noch pünktlich im Jubiläumsjahr anlässlich von 500 Jahren Reformation bekommt die Stadt Garching einen Martin-Luther-Platz. Im zweiten Anlauf hat der Stadtrat entschieden, das Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde entsprechend umzubenennen.

Betroffen sind die Adressen der Laudatekirche sowie zweier Verwaltungsgebäude, die sich von Niels-Bohr-Straße in Martin-Luther-Platz 1, 3 und 5 ändern. „Wir haben dieses Jahr unsere Anerkennung an die katholische Gemeinde für 100 Jahre Patrona Bavariae geleistet, wo wir uns mit Grundstücken beteiligt haben“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im Stadtrat. „Ich denke, wir können jetzt auch der evangelischen Gemeinde entgegenkommen.“

Vor knapp einem Jahr hatte das Gremium erstmals öffentlich über den Antrag der evangelischen Kirchengemeinde beraten. Diese hatte gebeten, anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation eine Straße oder einen Platz in Garching nach Martin Luther zu benennen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung sah vor, einen Teil der Telschowstraße umzutaufen – von der Niels-Bohr-Straße bis zur Einmündung in die Schleißheimer Straße.

Doch dagegen regte sich damals viel Kritik. Unter anderem warnte Jürgen Ascherl (CSU) vor einer Teilung der Telschowstraße, Josef Euringer (BfG) befürchtete ein „Orientierungs- und Sicherheitsproblem“, und Werner Landmann (Grüne) lehnte eine Benennung „nach einem exponierten Vertreter einer Glaubensgemeinschaft“ generell ab. Eine Entscheidung wurde damals vertagt, und fortan suchte der Stadtrat offenbar nicht-öffentlich nach einem Kompromiss – mit Erfolg. So wurde die nun vorgebrachte Lösung einstimmig und ohne ein Wort der Kritik abgesegnet.

Bei der Laudatekirche reagiert man erfreut auf die Entscheidung. „Unserer Gemeinde war nicht so wichtig, wo Martin Luther gewürdigt wird, sondern, dass er gewürdigt wird“, betont Pfarrerin Kathrin Frowein. Dabei gehe es nicht nur um religiöse Gründe, sondern auch „um die Verdienste von Martin Luther an unserer Gesellschaft – zum Beispiel als bedeutender Mitschöpfer der deutschen Sprache und als Initiator eines modernen Schulsystems“.

Die nun beschlossene Umbenennung soll nach dem Wunsch der Pfarrerin „nicht still und leise geschehen, sondern wir wollen das feiern“. Als Termin wäre der Reformationstag prädestiniert, doch an diesem Tag habe sie ihre Gemeinde bereits zu den zentralen Festveranstaltungen nach München geschickt, sagt Frowein. Daher wird die Umbenennung des Kirchenareals in Martin-Luther-Platz am kommenden Sonntag, 29. Oktober, gefeiert – im Anschluss an den um 17 Uhr beginnenden, musikalischen Spätgottesdienst.

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