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Hoch hinaus soll es einmal mehr gehen mit dem neuen Bürokomplex auf dem Business Campus. Die 31 000 Quadratmeter Fläche sollen 2019 bezugsfertig sein. 

Elftes Bürohaus auf dem Business Campus

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Vor zehn Jahren galt der Business Campus in Garching als durchaus schwieriges Projekt. Kritische Stimmen warnten davor, immer neue Bürokomplexe auf die grüne Wiese zu stellen. Heute, zehn Jahre später, schreibt der Business Campus Erfolgsgeschichte.

Garching – Gerade mal zehn Jahre ist es her, dass der britische Funkgeräte-Hersteller Sepura als erster Mieter im Business Campus eingezogen ist. Zu jener Zeit gab es in Garching nicht nur einige kritische, sondern auch etliche skeptische Stimmen, was den Gewerbepark betrifft. Dessen Geschäftsführer Michael Blaschek erinnert daran, dass Analysten seinerzeit von 1,7 Millionen Quadratmetern leer stehenden Büroflächen im Raum München sprachen. „Und dann kam wenig später auch noch die Bankenkrise“, ergänzt Blaschek. Kurzum: In den Anfangstagen waren die Aussichten des Business Campus’ nicht rosig.

Inzwischen, zehn Jahre später, muss man von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Mehr als 110 Betriebe mit rund 5500 Mitarbeitern haben sich in dem Gewerbepark angesiedelt – darunter namhafte Firmen wie BMW und Osram. Ab Sommer 2019 kommt ein weiterer Großkonzern hinzu: Dann zieht die Deutsche Pfandbriefbank mit 550 Beschäftigten von Unterschleißheim nach Garching. Das Finanzinstitut wird sich auf rund 14 000 Quadratmetern Fläche im elften Bürogebäude des Parks einmieten, für das gestern der Grundstein gelegt wurde.

Der Bürokomplex, der binnen der nächsten zwei Jahre im Westen des Parkrings entsteht, wird zu den größten im Business Campus gehören. Knapp die Hälfte der 31 000 Quadratmeter Bürofläche sind für die Deutsche Pfandbriefbank reserviert. Darüber hinaus hätten mehrere Firmen, die bereits auf dem Gelände angesiedelt seien, ihr Mietinteresse bekundet, sagt Michael Blaschek, der zufrieden von einer „anhaltenden großen Nachfrage“ berichtet.

Entsprechend soll es im Business Campus munter weitergehen: Unmittelbar neben dem elften Bürogebäude wird demnächst Parkhaus Nummer drei mit etwa tausend Stellplätzen gebaut. Danach sind zwei weitere Gebäude geplant: zum einen ein Vier-Sterne-Hotel mit 150 bis 200 Betten vis-à-vis des Supermarkts. Zum anderen ist gewissermaßen als Schlusspunkt des Ensembles im östlichen Teil des Areals ein letztes Bürogebäude geplant, inklusive eines 60 Meter hohen Büroturms mit 15 oder 16 Stockwerken – der „Business Tower“, wie er bei den Machern heißt. Dieser soll 2021 bezugsbereit sein; im gesamten Business Campus gäbe es dann bis zu 265 000 Quadratmeter Bürofläche.

„Hier ist ein neuer, kleiner, zweiter Stadtkern entstanden“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) bei der Grundsteinlegung. Und er betonte, dass ihn seine Amtskollegen aus den Nachbargemeinden um den Business Campus beneideten. Ohnehin habe Garching – auch dank des Gewerbeparks – von der Fläche her das größte Gewerbegebiet im Landkreis, freute sich Gruchmann, wobei er einräumte: „Es gibt noch zwei, drei Gemeinden, die höherer Gewerbesteuereinnahmen haben als wir.“

Mittelfristig rechnet Garching jedoch mit deutlich steigenden Einnahmen in diesem Bereich – auch dank der Ansiedlung der Pfandbriefbank, die ihren Deutschlandsitz aus dem Nachbarort nach Garching verlegen wird. „Da hat der Unterschleißheimer Bürgermeister schon ein bisschen geweint bei mir“, hatte Gruchmann bereits bei der Bürgerversammlung berichtet. Der Boom des Gewerbeparks führe freilich auch dazu, „dass man das beim Verkehrsaufkommen spürt“, räumte der Rathauschef ein. Linderung erhofft er sich vor allem durch die Einführung des Fünf-Minuten-Takts auf der U6, die 2019 kommen soll. 

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