Autos fahren über die A9 bei Garching
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Auf dem zwei Hektar großen Gelände zwischen Autobahn A9 und Sportgelände will die neue Genossenschaft eine Photovoltaik-Anlage bauen

Trio treibt an

Neuer Vorstoß: So soll es klappen mit der PV-Anlage an der Autobahn

  • Bert Brosch
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Seit Jahren liebäugeln sie in Garching mit einer PV-Anlage an der A9. Nun will ein Trio die Idee vorantreiben - mit einem ausgefallenen Einfall. Jetzt suchen die drei Mitstreiter.

Garching – Die Idee ist jetzt schon fast zwei Jahre alt: eine Photovoltaikanlage direkt an der A 9, auf einem zwei Hektar großen Grundstück, das der Stadt Garching gehört. Doch der Antrag steckt offenbar im Stau. Daran änderten auch mehrere Nachfragen der CSU-Fraktion im Stadtrat nichts. Nun wollen drei Garchinger das Vorhaben wieder anschieben. Christian Nolte, Dominik Eberle und Katrina Wagner bündeln ihre Berufserfahrung und wollen eine Bürgerenergie-Genossenschaft gründen.

„Wir wollen das Projekt jetzt bekannt machen und so schnell wie möglich die Genossenschaft gründen“, erklärt Nolte, der der für die „Unabhängigen Garchinger“ im Stadtrat sitzt und vor ein paar Jahren Geschäftsführer der Geothermie „Energiewende Garching“ (EWG) war. Dazu bräuchte es 30 bis 40 Garchinger, die mitmachen und je 100 Euro einzahlen. So rasch wie möglich möchte Nolte im Stadtrat den Antrag einbringen, dass die neue Initiative die Fläche an der Autobahn von der Stadt pachten kann und „endlich das so lange brach liegende Projekt voranbringen“, sagt Dominik Eberle, der nach eigener Auskunft über 14 Jahre Erfahrung im Bereich Energie hat. „Wir wollen sofort in die Umsetzung gehen, sobald der Stadtrat uns grünes Licht gibt“, ergänzt Katrina Wagner, die seit über 20 Jahren für ein Privatunternehmen im Bereich Finanzen arbeitet.

Trio mit Know-how: Katrina Wagner, Christian Nolte (Mitte) und Dominik Eberle wollen ihre berufliche Erfahrung in die Energiegenossenschaft einbringen.

Nolte skizziert der Ablauf in groben Zügen: Gründung der Genossenschaft, Antrag im Stadtrat auf Verpachtung des Geländes, Projektierung der PV-Anlage. „Zum Bau der Anlage brauchen wir natürlich viel mehr Mitstreiter und Einlagen, aber wir haben alles im Detail durchkalkuliert und sehen als realistischen Zeitplan die Fertigstellung der Anlage bis Sommer 2021 an“, so Nolte. Den Strom will man dann direkt in Garching in Privathaushalten und der Industrie verbrauchen, als öffentlicher Strom-Anbieter will die Genossenschaft dabei nicht auftreten. „Das ist viel zu aufwendig und kompliziert“, sagte Eberle.

Aus Sicht der drei Garchinger gibt es durch diese Initiative und die zu gründende Genossenschaft nur Gewinner: Die Stadt Garching kann den Ausbau der erneuerbaren Energien ohne eigene Investitionen voranbringen; die Garchinger können sich in ein lokales Projekt für Nachhaltigkeit einbringen und die lokale Nachhaltigkeit wird durch den vor Ort produzierten und verbrauchten Strom verbessert. „Da die Stadt wegen Corona im Moment eh kein Geld zur Verfügung hat, wäre unsere Initiative doch perfekt“, sagt Nolte und betont: „Genossenschaften gibt es in Deutschland seit 170 Jahren, sie haben sich wirklich bewährt.“

Mehr Informationen zur Genossenschaft gibt's hier.

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