Neue Zahlen

Erst ein Viertel der Asylbewerber anerkannt

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Von den 4192 Flüchtlingen, die aktuell in den Einrichtungen des Landkreises München leben, sind erst etwa 1000 anerkannt.

Landkreis – Wie Leonhard Schmid, Stabsstellenleiter Asyl im Landratsamt, erklärt, heißt es für die große Mehrheit der Asylbewerber weiter warten: Ihre Verfahren laufen noch. Das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge bearbeitet laut Schmid zunächst Anträge von Staatsangehörigen mit guter Bleibeperspektive. Daher wurden im Landkreis München bisher nur wenige Verfahren abgelehnt. Abschiebungen habe es nur vereinzelt gegeben, so Schmid, insbesondere bei senegalesische Staatsagehörigen, für die es keine Bleibechance gebe. Sie machen rund sechs Prozent der vertretenen Nationalitäten in den Unterkünften des Landkreises aus.

Weil mit starkem Zuzug von Flüchtlingen zurzeit nicht zu rechnen ist, verlagern sich beim Thema Asyl die Anstrengungen des Landkreises immer mehr von der Unterbringung in Richtung Integration. Das Ziel heißt: Flüchtlinge zu fördern und in die Arbeitswelt einzugliedern. Wie die Asylsozialbetreuung mehr und mehr zur Integrationsbetreuung werden soll, darüber müsse sich demnächst der Sozialausschuss des Kreistags weitere Gedanken machen, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) in einem aktuellen Bericht zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen im Landkreis München, den er gestern Nachmittag im Kreisausschuss gab. Gegenüber der Regierung von Oberbayern erfülle der Landkreis München seine Unterbringungsquote zu 99 Prozent.

Der Landkreis will bis zum Herbst alle Flüchtlinge in festen Quartieren beherbergen. Mit Haar wurde vor zwei Wochen die siebte Traglufthalle im Landkreis geleert. Nur in Unterhaching gibt es noch die Traglufthalle 8, und auch diese soll bis zum Herbst aufgegeben werden. Bis zum Herbst entstehen in geplanten Projekten in Feldkirchen, Oberschleißheim, Neubiberg, Ottobrunn, Aschheim, Neuried, Ottobrunn und Sauerlach zusätzlich 924 Plätze in festen Unterkünften. Ende November soll dann die Zeit der Notquartiere vorbei sein.

Am Landschaftspark in Unterhaching sollen keine weiteren festen Gemeinschaftsunterkünfte entstehen, das habe er der Regierung von Oberbayern signalisiert, sagte Göbel: „Weil es hier schon eine große Vielzahl gibt. Die Integrationskraft, die man rings um den Landschaftspark entwickeln müsste, wäre im Vergleich zu anderen Gegenden sehr hoch.“ Falls sich dort noch etwas ändere, würde es das Bundeswehrgelände betreffen: Im ehemaligen Haus des Luftwaffenmusikkorps betreibt die Regierung eine Aufnahmeeinrichtung mit 200 Plätzen: „Ob nördlich oder südlich davon eine Dependance anzusiedeln ist, diese Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Göbel, hier müsse noch der Bedarf geklärt werden. Charlotte Borst

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