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Die Fußball vom FC Türk Sport Garching (rot) hätten gern ein Vereinsheim.

FC Türk Sport Garching will Vereinsheim

„Uns fehlt eine richtige Heimat“

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Der FC Türk Sport Garching wünscht sich ein Vereinsheim, andere Garchinger Vereine haben ähnliche Wünsche. Eigentlich finanziert die Stadt sowas nicht. Eigentlich.

Garching – Vor 35 Jahren haben Huseyin Berber, Sinan Ödemis, Recep Sargin und der Erste Vorsitzende des Clubs, Zeki Trink, den FC Türk Sport Garching aus der Taufe gehoben – als einen der ersten türkischen Sportvereine in der Region. Seither ist der Club fest im gesellschaftlichen Leben der Stadt verankert, und doch sagt der aktuelle Vereinschef Hasan Celik: „Uns fehlt eine richtige Heimat.“

Was er meint, ist ein eigenes Vereinsheim, das die Fußballer seit Jahren herbeisehnen. „Ein Ort, wo unsere Mitglieder zusammenkommen können“, sagt Celik. Einen Standort hat der FC Türk Sport bereits im Auge: Auf dem Parkplatz am Garchinger See, nur einen Steinwurf von den Fußballplätzen entfernt, wo der Club trainiert und seine Heimspiele bestreitet, könnte ein Vereinsheim entstehen, sagt Celik. „Wir bräuchten ein Büro und einen größeren Raum mit Einbauküche, wo sich unsere Mitglieder zusammensetzen können.“

Um diese Pläne zu realisieren, braucht es freilich die Stadt Garching – nicht nur, weil ihr der Grund am See gehört. Daher hat sich der FC Türk Sport Mitte 2017 mit einem Antrag an die Kommune gewandt – und nicht nur er. Auch der Fischereiverein Garching, dessen Lokschuppen im Hacklholz marode ist, träumt von einem neuen Vereinsheim und hat diesbezüglich bei der Stadt angeklopft.

Wie diese auf derlei Anfragen reagieren soll? Das wird der Stadtrat am heutigen Donnerstag beratschlagen, wenn es in der Sitzung ab 19.30 Uhr unter anderem um den Punkt „Grundsatzentscheidung über den Umgang mit Anfragen von Vereinen für ein Vereinsheim“ geht.

Das Thema war in der Sitzung im Dezember zur Beratung in die Fraktionen verwiesen worden. Seinerzeit hatte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) die Anträge von Türk-Fußballern und Fischereiverein angesprochen und gesagt: „Die Frage ist, ob wir hier eine Richtlinie erarbeiten oder weiter an Einzelfallentscheidungen festhalten? Wir sollten möglichst zu einem Konzept kommen, sodass wir alle Vereine gleich behandeln.“

Das ist freilich nicht ganz leicht, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat. So argumentierte der Bürgermeister zwar stets, dass die Stadt den Bau von Vereinsheimen – anders als Sportstätten – nicht finanziere. Jedoch ist dieses Prinzip zuletzt, vorsichtig gesagt, aufgeweicht worden. So bezahlte die Kommune etwa den Neubau des Stockschützenheims, nachdem dessen Vorgänger abgebrannt war. Als Grund führte Gruchmann damals „ein gewisses Gewohnheitsrecht“ an, da die Stadt schon das erste Gebäude erbaut hatte. Bei der Erweiterung des VfR-Vereinsheims um eine Geschäftsstelle schoss die Kommune derweil 50 000 Euro zu, die der Club über mehrere Jahre per Miete abstottert. Und beim neuen Vereinsgebäude des FC Hochbrück, das dieser Tage gebaut wird, gewährte die Stadt einen Zuschuss von 40 000 Euro. Wobei der Bürgermeister in diesem Fall sowie beim Stockschützenheim stets betont hat, dass auch andere Vereine dort Veranstaltungen abhalten dürfen. Und dennoch wecken all diese Beispiele natürlich Begehrlichkeiten bei jenen Clubs, die bislang noch kein Vereinsheim haben. So betont auch Hasan Celik vom FC Türk Sport: „Wir sind der einzige Fußballverein in Garching ohne Heimat.“

Ob sich das mithilfe der Stadt bald ändern wird, darüber muss der Stadtrat entscheiden. In der Dezember-Sitzung hatte Walter Kratzl (Grüne) schon mal anklingen lassen, dass er von einer allgemeinen Richtlinie wenig hält: „Das funktioniert nicht. Da ist es viel gescheiter, Einzelfallentscheidungen zu treffen.“

Derweil gab Joachim Krause (SPD) zu bedenken, dass die Kommune „nicht beliebig viele Grundstücke und Immobilien besitzt“, weshalb es sinnvoll sei, wenn Gebäude von mehreren Clubs genutzt würden. Und mit Blick auf den STK Garching ergänzte er: „Der Tennisverein hat sein Vereinsheim damals selbst bezahlt. Das war im Prinzip auch die Regel.“ Zuletzt sprach sich Jürgen Ascherl (CSU) dafür aus, Vereine, „die hoheitliche Aufgaben übernehmen“ wie die Feuerwehr, von einer fixen Regelung auszunehmen.

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