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Mit Heizcontainern muss die EWG derzeit noch ihre Kunden im Norden des Forschungsgeländes versorgen – mit Öl statt Fernwärme.  

 Fernwärme auf dem Campus

TU lässt Garching abblitzen

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Die Stadt Garching will schon ewig ihr Geothermieprojekt und dessen Fernwärme auf dem Campus stärker etablieren. Nun hat die TU München dem Stadtrat eine klare Absage erteilt.

Garching – Bastian Dombret gehört im Stadtrat zweifelsfrei zu den eloquentesten Stimmen. Der FDP-Mann erkundigte sich höflich und wortgewandt bei Florian Loibl, wieso die Technische Universität (TUM) bei all ihren Bauten auf dem Forschungscampus so wenig Interesse an der Fernwärme der Energie-Wende-Garching (EWG) zeige – dem örtlichen Geothermieprojekt, dessen Gesellschafter die Kommune sowie das Bayernwerk sind.

Loibl, der persönliche Referent des TUM-Kanzlers, ist ebenso wie Vertreter des Staatlichen Bauamts in den Stadtrat gekommen. Eigentlich soll es um den Masterplan Science City gehen, also um die mittelfristige Entwicklung des Campus’. Viele Stadträte jedoch treibt die Frage nach den schwierigen Beziehungen zwischen TUM und EWG stärker um – nicht nur Dombret. Auf dessen Frage gibt Loibl eine Antwort, die deutlicher kaum sein könnte: „Zum jetzigen Zeitpunkt“ sei die EWG „kein Thema“, stellt er klar. Die erläuternden Worte des TUM-Vertreters gehen fast unter, der auf das Uni-eigene Gaskraftwerk verweist. Dieses habe noch freie Kapazitäten, zudem werde damit Strom produziert. „Je intensiver das Kraftwerk ausgelastet ist, desto besser ist sein Wirkungsgrad.“

Die Abfuhr kommt nur wenige Minuten, nachdem Christian Nolte gesprochen hat. Der EWG-Geschäftsführer legte unter anderem dar, wie viele tausend Tonnen Kohlendioxid durch eine Versorgung des Campus’ mit Fernwärme eingespart werden könnten. Um dies zu berechnen, hat seine Firma eine externe Studie angestrengt. Doch das kann die TUM-Vertreter kaum beeindrucken. „Wir unterstützen die EWG natürlich gerne“, sagt Loibl zwar. Aber „wir haben ein funktionierendes Kraftwerk. Und im Moment ist es für uns kein Thema, dieses Kraftwerk außer Betrieb zu nehmen.“

Immerhin: Beim Verlauf der geplanten Fernwärmeleitung durch den Campus sei man einer Einigung inzwischen „sehr, sehr nahe“, sagt Nolte. Diese benötigt die EWG, um mögliche Neubauten im westlichen Teil anzuschließen und für ihre Bestandskunden im Norden, darunter General Electric und die Metallinnung. Sie werden aktuell noch mit einer Containerlösung versorgt – sprich mit Heizöl statt Fernwärme.

Dies soll sich nun ändern. Darüber hinaus hätte die Geothermie-Gesellschaft gerne weitere Kunden hinzugewonnen. Doch sowohl beim ersten Bauabschnitt des Fraunhofer-Instituts als auch bei der Elektrotechnik-Fakultät kommt die EWG nicht zum Zug. Letzteres nannte UG-Stadtrat Florian Baierl im Bauausschuss einen „Schildbürgerstreich“. Denn: „Direkt daneben verläuft die Geothermie – doch die TU schließt sich nicht an.“ Darüber empörte sich auch Götz Braun (SPD), der eine Blockade von TUM-Projekten durch den Stadtrat ins Spiel brachte. Dagegen sprach sich Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) aus: „Man kann mit der TU den Konfrontationskurs fahren oder mit Argumenten überzeugen – und ich bin für Zweiteres.“

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