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Die letzten Handgriffe vor dem Start: Die Studenten überprüfen, ob die Technik bereit ist zum Abheben. Doktorand Nicolas Appel hält den Ballon. 

Am Forschungscampus Garching

Studenten schicken Satelliten auf Reise

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Von Garching nach Niederbayern: Ein Helium-Ballon schwebt in 30 Kilometern Höhe am Himmel. Das ist der Grund für seine Reise.

Garching – Florian Schummer startet den Countdown. Der Doktorand der Raumfahrttechnik zählt rückwärts von zehn. „Zehn!“ Der Tower am Münchner Flughafen hat um kurz vor 14 Uhr Startfreigabe erteilt. „Neun!“. Der „MOVE-ON-Helium“ ist bereit zum Abheben in den weiß-blauen Himmel über den Garchinger Forschungscampus. „Acht!“ An ihm ist ein Kleinsatellit befestigt. „Sieben!“ Während Schummer zählt, vollziehen sieben TU-Studenten die letzten Handgriffe am Ballon. „Sechs!“ Da der Wind an diesem sonnigen Nachmittag immer wieder in Böen weht, wackelt der Ballon hin und her. „Fünf!“

Etwa 30 Menschen verfolgen den Satellitenstart aus einiger Entfernung. „Vier!“ Die Anspannung steigt. „Drei!“ Bleibt der Ballon in dem Kran hängen, der sich in der Nähe befindet? „Zwei!“ Oder schafft er es, darüber zu fliegen und auf 30 Kilometer Höhe zu steigen? „Eins!“ Auf in die Stratosphäre. „Null!“

Hier gibt‘s ein Video vom Start des Ballons

Der Ballon steigt. Die Anwesenden jubeln. Sechs Monate haben rund 20 Studenten auf diesen Moment hingearbeitet. In Rahmen eines freiwilligen Projektes am TU-Lehrstuhl für Raumfahrtechnik haben sie einen kleinen Würfel-Satelliten gebaut und mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Zudem haben sie einen Helium-Ballon konzipiert, der den Satelliten in bis zu 30 Kilometer Höhe bringt, wo dem Weltall ähnliche Zustände herrschen.

Echter Satellit kreist seit 2013 um die Erde

Im Rahmen des Move-Programms haben Mitarbeiter des TU-Lehrstuhls für Raumfahrttechnik bereits einen echten Satelliten gebaut. Dieser kreist seit 2013 um die Erde. Der nächste wird im Sommer fertig gestellt.

Mithilfe des Helium-Projekts will man an der TU den Studenten die Satellitentechnik näherbringen. Unter anderem lernen sie, wie man einen Kleinsatelliten konstruiert und wie sich die technischen Komponenten unter Weltraumbedingungen verhalten.

Man wolle ihnen innerhalb eines Semesters den ganzen Zyklus beibringen, vom Design und Bau des Satelliten bis hin zum Start und Flug, sagt Betreuer und Doktorand Nicolas Appel. Einen richtigen Satelliten zu bauen, sei einerseits viel zu teuer, andererseits würde das mehrere Semester dauern. Mit der Höhenballon-Mission können die Studenten einen richtigen Satelliten-Start innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit simulieren. Etwa 3000 Euro kostet das ganze Projekt.

Ballon steigt fünf Meter pro Sekunde

Nun hat sich die Crew auf dem großen Kiesparkplatz am Forschungszentrum versammelt. Hier soll der Ballon nun in Richtung Osten abheben. Nach den Berechnungen der Studenten steigt er pro Sekunde um rund fünf Meter und fliegt mehrere Stunden. Etwa bei Plattling in Niederbayern soll der Kleinsatellit wieder zu Boden gehen und geborgen werden.

In zwei Pavillons haben die Studenten das Kontrollzentrum aufgebaut. Dort verfolgen sie über die GPS den Flug und werten an Laptops die Daten aus, welche die Sensoren live übertragen. Während Appel und andere vorsichtig Helium in den Ballon pumpen, prüft Maximilian Prexl durchgehend den Wind. „Zwölf Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit. Drehender Wind“, ruft er den anderen zu. Linda Holl dagegen checkt noch einmal den Satelliten. „GPS-Tracker ist an. Kamera läuft“, sagt sie.

Aufgeblasen nach halber Stunde

Es dauert fast eine halbe Stunde, bis der Ballon aufgeblasen ist. Zur Sicherheit, damit er nicht wegfliegt, haben ihn die Studenten mit einer Schnur an einem Kasten Bier gehängt. Etwa 3,6 Kilogramm muss er nach oben ziehen können.

Dann ist es soweit. Florian Schummer, der zweite Betreuer des Projekts, telefoniert per Handy mit dem Flughafen und dem Garchinger Reaktor. Beide erteilen Startfreigabe. Wenig später beginnt Schummer mit dem Countdown. Und schon ist der Ballon unterwegs. Im Kontrollzentrum herrscht Erleichterung. Der Satellit liefert die ersten Daten vom Himmel.

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