Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Rente mit 65? Für den 61-jährigen Bau-Unternehmer Franz-Xaver Peteranderl kommt das nicht in Frage. Er will den Skandal gebeutelten Münchner CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer beerben – als Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

F.X. Peteranderl will Handwerkspräsident werden

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Garching - Nach dem skandalumwitterten Rücktritt von Georg Schlagbauer strebt ein Unternehmer aus Garching das Amt des obersten Handwerker Bayerns an: Franz-Xaver Peteranderl will Präsident von Handwerkskammer und Handwerkstag werden.

Peteranderl ist nahezu allen Garchingern ein Begriff. Zwar hatten nur die wenigsten von ihnen je mit dem Bauunternehmen aus dem Ortsteil Hochbrück zu tun. Doch den prominenten Schriftzug an der Fassade des Betriebs an der Schleißheimer Straße kennt praktisch jeder, der hier schon mal langgefahren ist. Geht es nach Firmenchef Franz-Xaver Peteranderl, wird sein Name künftig noch etwas bekannter werden – auch außerhalb Garchings. 

Denn der 61-Jährige hat angekündigt, dass er am 14. September für das Präsidentenamt der Handwerkskammer (HWK) für München und Oberbayern kandidiert. Sollte er gewählt werden – und das erwarten fast alle – will er überdies im Oktober den Posten als Bayerischer Handwerkspräsident anstreben. In diesem Fall würde der Garchinger Bauunternehmer für 200 000 Handwerksbetriebe mit 910 000 Mitarbeitern im Freistaat sprechen. Beide Ämter hatte bis vor Kurzem Georg Schlagbauer inne. Doch dann stolperte der CSU-Stadtrat über eine aufsehenerregende Affäre rund um Drogen, Sex und Bordellschulden. Noch während sich der Boulevard in Schlagzeilen überschlug, klingelte das Telefon von Franz-Xaver Peteranderl, seit 2009 Vizepräsident der HWK. Am Apparat: Georg Schlagbauer, der ihm mitteilte, dass er von allen Ämtern zurücktritt. „Für mich kam das völlig überraschend“, sagt Peteranderl. „Ich habe von seinem Doppelleben nichts mitbekommen.“ I

n der Folge übernahm der Vize bis auf Weiteres die Aufgaben des Präsidenten und bezog auch dessen Büro im HWK-Haus in der Münchner Max-Joseph-Straße. Persönliches sucht man dort bis heute jedoch vergebens. „Ich habe das Amt derzeit nur kommissarisch inne“, betont Peteranderl. „Deshalb wäre es falsch, mich hier endgültig einzurichten.“ Wobei sich der studierte Bauingenieur betont zuversichtlich gibt, was die Wahl am 14. September anbelangt. Schließlich wurden ihm schon 2014 gute Chancen eingeräumt, die Nachfolge des Langzeit-Präsidenten Heinrich Traublinger anzutreten. 

Doch als dieser ihn fragte, lehnte er eine Kandidatur ab. Der Grund: Sein älterer Bruder Hans Peteranderl, der in Garching lebte und mit ihm die väterliche Firma jahrzehntelang geführt hatte, war schwer an Krebs erkrankt; im Februar 2013 verstarb er. „Ich war damals also viel stärker an den Betrieb gebunden“, erklärt Franz-Xaver Peteranderl. Inzwischen jedoch sei er dabei, „das alltägliche Geschäft in andere Hände zu geben“, sagt der Firmenchef, der mit seiner Familie in München lebt. Wobei er betont: „Ich bin immer noch jeden Tag im Betrieb – und würde das auch als Präsident weiterhin sein.“ Schließlich sei die Baufirma mit ihren rund 15 Mitarbeitern „das Lebenswerk meines Vaters, und ein Stück weit auch meines.“ 

Und zu diesem Lebenswerk gehöre auch, dass es nach ihm weitergeführt werde. Ob dies innerhalb der Familie geschehe, sei noch offen; seine zwei Töchter arbeiten aktuell nicht in der Branche. „Aber vielleicht gibt es irgendwann ja Schwiegersöhne“, sagt der 61-Jährige und grinst. Und überhaupt: „Ich habe sicher nicht vor, mit 65 Jahren in Rente zu gehen.“

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