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Futuristischer Bau: Galileo fällt auf auf dem Uni-Campus in Garching. 

Eröffnung des 90 Millionen Euro Baus

Galileo: Das ist das neue Herzstück auf dem Uni-Campus

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Lange hat es gedauert, bis Galileo, das neue Herzstück des Garchinger Forschungs-Campus, fertiggestellt war. Am Dienstag wurde nun das Kongresszentrum rund um den Audimax, den großen Vorlesungs- und Veranstaltungssaal mit 1340 Sitzplätzen, eröffnet.

Garching– Nicht geschimpft ist gelobt genug, sagt der Bayer. Und so dürften die Worte, von Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität, über den Audimax im Garchinger Galileo, dem neuen Herzstück des Garchinger Uni-Campus, durchaus als großzügige Komplimente zu verstehen sein. Der Hörsaal: „Recht schön.“ Die Akustik: „Recht ordentlich“, befand der Uni-Präsident, der sich aber noch zu mehr Überschwang hinreißen ließ: „Galileo kann nur ein Erfolg werden“, sagte er.

Hotel soll Ende des Jahres eröffnen

Bis gestern war das rund 200 Meter lange, 48 Meter breite und 48 hohe Gebäude auf einem Filetstück des Uni-Campus direkt an der U-Bahn-Haltestelle vor allem eine große Baustelle. Das noch vom Kabinett Stoiber beschlossene Projekt verzögerte sich immer wieder. Doch nun ist immerhin das Kongresszentrum rund um den Audimax, den großen Vorlesungs- und Veranstaltungssaal mit 1340 Sitzplätzen, eröffnet. Das 254 Zimmer umfassende Hotel „Courtjard by Marriot“ soll Ende des Jahres folgen, dazu kommen 159 voll möblierte Appartements für Gäste der Universität und Geschäftsreisende sowie Büroräume und Geschäfte, darunter Edeka-Markt, Postfiliale, Bäckerei, Fitnesstudio und mehrere Gastrobetriebe.

Wirtschaftsminister Aiwanger ist begeistert

Für die gestrige Teileröffnung fanden sich rund 200 geladene Gäste im neuen Audimax ein, die die Kooperation zwischen privater und öffentlicher Hand hochleben ließen. „Fast wie ein Festspielhaus“, lobte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und legte über den futuristisch anmutenden, in verschiedenen Blautönen gehaltenen Bau nach: „Das atmet Zukunft.“

BR-Moderatorin Anouschka Horn, die durch die Veranstaltung führte, feierte den Bau gar als „Die Erlösung der Wissenschaft von ihrer Isolation“. Denn der neue Bau soll mit seinen Bistros, Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten Anreize für die zigtausenden Forscher, Mitarbeiter und Studierenden der Uni bieten, sich mehr in Garching aufzuhalten, statt wie bisher zügig nach der Vorlesung in die U-Bahn Richtung München zu steigen.

Skepsis bei den Studenten

Nur: Von Studentenseite schlägt der ansonsten ungebremsten Euphorie über den Neubau auch Skepsis entgegen. Zwar seien die neuen Geschäfte eine gute Sache, befinden Valentina Schüller (20) und Pablo 

m neuen Audimax feierten den neuen Bau (v.li.) Investor Oliver Soini, Uni-Präsident Wolfgang Herrmann, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Astronaut und Professor Ulrich Walter, Investor Christian Iwansky.

Conrat (21), die in München wohnen und in Garching Ingenieurwissenschaften studieren. „Aber das reicht bei Weitem nicht, um abends noch hierzubleiben“, so Schüller. Es fehlten mehr Kulturangebote und Wohnheime. Und ihr Kommilitone trauert dem freien Platz mitten auf dem Campus nach: „Nur ein Bruchteil ist für die Studenten nutzbar“, sagt er.

Das Duo gehört, weil es zur Fachschaft der Ingenieurwissenschaftler gehört, zu den wenigen Studenten, die an diesem Tag bei der Voreröffnung dabei sein dürfen. Andere Neugierige blitzen vor der Tür am Sicherheitsdienst ab. Sie müssen sich bis zum Wintersemester gedulden, wenn die ersten Lehrveranstaltungen im Audimax steigen. Die TU fungiert dabei als Mieter der Investoren, denen das Gebäude gehört.

90 Millionen Euro Baukosten

Die Kosten für den fünfstöckigen Bau mit drei Kellergeschossen taxierten die Planer vor Jahren auf rund 90 Millionen Euro. Am Ende war es nicht zuletzt durch die lange Bauzeit „viel, viel mehr“, bekennt der federführende Salzburger Investor Oliver Soini. Wie viel, will er vorerst nicht verraten. Lieber verweist er auf die Vorzüge des Projektes für Garching: „Mit dem Galileo verwirklichen wir die Vision eines lebendigen Zentrums für einen vitalen Campus“, so der Investor. Es bedeute „eine wesentliche Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen“.

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