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Große Party am See: Zum „Schall im Schilf“ sind im vergangenen Sommer rund 6000 Besucher gekommen. In diesem Jahr werden zu dem beliebten Musik-Festival bis zu 10 000 Techno-Freunde erwartet.

Der ganz große Festival-Sommer

Zwei große Musik-Events sind im Sommer in Garching geplant. Bei Techno-Musik bis zum Abwinken werden jeweils rund 10000 Besucher erwartet.

von patrik Stäbler

Garching – Die Jugend aus Garching zieht es zum Feiern nach München – das war schon so, als sie auf dem Weg in die Innenstadt noch mit dem Bus zur Studentenstadt fahren musste. Es gibt aber einige Tage im Jahr, an denen die Partygänger auch in die entgegengesetzte Richtung strömen. Nämlich dann, wenn eines der weit über den Ort hinaus bekannten Festivals in Garching steigt. Dort gibt es nicht nur das „Garnix“ auf dem Campus und das Open Air am See, das sich heuer als „Seequency“ neu erfindet. Sondern allen voran ist Garching die Heimat der immens populären Festivals „Back to the Woods“ und „Schall im Schilf“. Letzteres wird dieses Jahr größer als bisher. So hat der Veranstalter, die Agentur Kellerkind, bei der Stadt beantragt, das „Schall im Schilf“ am Garchinger See für 10 000 Besucher freizugeben.

Dieses Ansinnen hat der Hauptausschuss des Stadtrats einstimmig abgesegnet. „Die Veranstalter arbeiten sehr zuverlässig“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Zudem habe sich die Stadt mit Polizei und Rettungskräften abgestimmt, und auch von dort sei nur Lob für die Organisatoren gekommen.

Im Vorjahr waren das „Schall im Schilf“ und das „Back to the Woods“ auf dem Forschungsgelände jeweils für 6000 Besucher ausgelegt. Bei beiden Veranstaltungen waren die rund 5000 Tickets im Vorverkauf binnen kürzester Zeit vergriffen. Doch nicht nur wegen der Nachfrage habe man die Party am See in diesem Jahr größer aufziehen wollen, sagte Leo Ehrecke von der Agentur Kellerkind, deren Festivals auf eine Abschlussfeier des Garchinger Abiturjahrgangs 2010 zurückgehen. Durch mehr Besucher wolle man auch das finanzielle Risiko minimieren, sagte Ehrecke. So habe man im Vorjahr einen Verlust nur knapp verhindern können, nachdem das Wetter dem „Schall im Schilf“ zu schaffen gemacht hatte, und das „Back to the Woods“ infolge des Münchner Amoklaufs um eine Woche verschoben wurde. „Wir wollen uns da einfach absichern“, sagte Leo Ehrecke. „Und von der Organisation her bedeuten mehr Besucher ja nicht automatisch auch mehr Arbeit.“

Vor dem Hintergrund habe man bei der Stadt auch angefragt, ob es am Vorabend des „Schall im Schilf“ eine sogenannte Pre-Party für 3000 Besucher geben dürfe, sagte Leo Ehrecke. „Wir haben momentan eine Woche Aufbau für zehn Stunden Party. Das ist viel Aufwand für nur einen Abend.“ Die Ausweitung auf zwei Tage lehnte die Stadtverwaltung jedoch ab. „Wir wollen erst mal sehen, wie sich das mit den 10 000 Besuchern bewährt“, sagte Gruchmann. Und dann müsse man auch schauen, „ob wir den älteren Garchingern zwei Tage Techno zumuten können“.

Sorgen, dass die geplante Vergrößerung des „Schall im Schilf“ dessen viel gerühmten familiären Charakter schmälern könne, hat Leo Ehrecke nicht. „Ich denke, das bezieht sich weniger auf die Zahl der Besucher, sondern eher auf die Liebe und das Herzblut, das wir da reinstecken. Und daran wird sich ja auch dieses Jahr nichts ändern.“

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