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99 Wohncontainer für Flüchtlinge geplant

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Von: Sabina Brosch

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Die bereits bestehende Container am Echinger Weg sollen erweitert werden.
Die bereits bestehende Container am Echinger Weg sollen erweitert werden. © sab

Die Stadt Garching erwartet steigende Flüchtlingszahlen. Um sie unterzubringen, besteht die Option zur Erweiterung der Anlage am Echinger Weg. 99 neue Container könnte man dort aufstellen.

Garching – Die Stadt Garching bereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor. So könnten 99 Wohncontainer mit insgesamt 198 Betten am Echinger Weg aufgestellt werden. Hinzu kämen 33 Container für Gemeinschaftsräume sowie 12 für Nebenräume.

Container sind am Echinger Weg kein unbekanntes Bild. Seit 2015 leben dort bereits Familien, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, Asyl beantragt und auch gewährt bekommen haben. Viele sind sogenannte Fehlbeleger, die eigentlich aus den Containern ausziehen müssten und es auch wollen, es aber nicht können, da es für sie keine Wohnungen gibt. Dieser Umstand, aber auch der erneut anschwellende Flüchtlingsstrom machen den Bau von neuen Unterkünften „unumgänglich“, erläuterte Susanne Kohler, im Landratsamt München zuständig für die Unterbringung von Flüchtlingen.

„Brauchen dringend weitere Unterbringungsplätze“

Im Schnitt kämen täglich 110 Flüchtlinge in München an, ein Bus mit 50 Personen müsste wöchentlich auf den Landkreis verteilt werden. Diese Menschen finden in den 2015 errichteten Unterkünften keinen Platz, da sie belegt sind. „Wir brauchen also dringend weitere und neue Unterbringungsplätze“, sagte Stadträtin Brigitte Schmolke (SPD). Zumal auch ungewiss sei, wie lange die in Privathaushalten untergebrachten Flüchtlinge dort noch bleiben können.

Derzeit leben 370 Flüchtlinge in Garching, darunter zehn Ukrainer, die staatlich untergebracht sind, und weitere 182, die in privaten Unterkünften leben. Bezogen auf die Einwohnerzahl müsste die Stadt jedoch 377 Flüchtlinge unterbringen. Laut Landratsamt müssen also unbedingt neue Kapazitäten geschaffen werden, sonst sei man „in einem halben Jahr voll“, sagte Kohler.

Zwei weitere Optionen

In Garching stehen drei Optionen zur Verfügung. Die Erweiterung der Containeranlage am Echinger Weg, zudem stünden Grundstücke am Heideweg, östlich der Autobahn sowie am Professor-Angermair-Ring zur Verfügung. Das Grundstück am Heideweg würde vom Besitzer schlüsselfertig bebaut und dem Landratsamt zur Miete angeboten, die Fläche am Angermair-Ring müsste die Kreisbehörde selbst bebauen.

Beide Alternativen fanden bei den Stadträten jedoch aufgrund der bestehenden Flächennutzungspläne keinen Gefallen. Grundsätzlich bestanden auch weiterhin Zweifel. Bis zur Dezembersitzung will Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) spätestens eine Antwort an das Landratsamt schicken, für welche der drei Varianten sich der Stadtrat ausspricht.

Offen blieben Fragen, wie die Kindertageseinrichtungen und Schulen einen weiteren Zuzug von Kindern tragen können. „Gerade im Sprengel West sind die Klassen aufgrund fehlender Lehrkräfte bereits in diesem Jahr sehr groß“, betonte Susanne Liebl von der Abteilung Bildung und Soziales im Garchinger Rathaus. Für Ulrike Haerendel (SPD) macht eine Aufstockung der Unterbringungsplätze Sinn, da „die meisten der privat untergebrachten Personen hier bereits Fuß gefasst haben und auch in Garching bleiben wollen. Es hat für mich Priorität, dass die Gemeinschaft gewahrt ist.“

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