Alfons Kraft (82) verlässt den Stadtrat altersbedingt.
+
Alfons Kraft (82) verlässt den Stadtrat altersbedingt. (Archivfoto)

Mahnende Worte zum Abschied

„Zeit, für Jüngere Platz zumachen“: Alfons Kraft (BfG) verlässt Stadtrat

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
    schließen

Alfons Kraft zieht den Schlussstrich: Der BfG-Stadtrat legt sein Mandat nieder. Mit seinen bald 83 Jahren wolle er Platz für die nächste Generation machen.

Garching – BfG-Stadtrat Alfons Kraft legt sein Mandat nieder, für ihn rückt Josef Euringer in das Gremium nach. Es sei ein schöner Tag, um in den Ruhestand zu gehen, aber Ruhe gönne er sich nicht, sagte Kraft in der jüngsten Sitzung, als sein Ausscheiden offiziell gemacht wurde.

Auf Listenplatz 9 startete Kraft in den Kommunalwahlkampf 2020 und kristallisierte sich als das Zugpferd der Bürger für Garching heraus. Mit 1444 Stimmen landete er als Bester auf Platz eins. Nur neun Monate später sagte er gestern: „It’s time to say goodbye.“ Grund dafür gebe es nur einen: „Im nächsten Monat werde ich 83 Jahre alt, es ist Zeit, für Jüngere den Stadtratsplatz freizumachen.“ Er wolle schließlich nicht, dass man ihn einmal aus dem Ratssaal hinaustrage. Für ihn rückt Josef Euringer nach, ein bekanntes Gesicht. Bereits 2015 hatte er Norbert Fröhler im Gremium ersetzt.

„Der Partei zuliebe bin ich nochmal angetreten“

Sicherlich hätte Kraft gar nicht mehr kandidieren müssen, aber das hätte vielleicht eine heikle Gratwanderung für seine Partei werden können. Denn die Partei musste sogar trotz Krafts Beliebtheit bei den Wählern Federn lassen, sie rutschte von 12,5 Prozent (2014) auf 9,8 Prozent (2020) und verlor einen Sitz. „Der Partei zuliebe bin ich nochmal angetreten, wer weiß, wie es sonst ausgesehen hätte“, sagt Kraft.

Nach zwölf Jahren verliert der Stadtrat mit Kraft einen Kenner der Bau-Materie, schließlich war er 38 Jahre lang im städtischen Bauamt beschäftigt, kennt zudem als gebürtiger Garchinger die Stadt und ihre Entwicklung wie seine Westentasche. Er hob oft mahnend den Finger, etwa wenn es um Kosten für Infrastruktur ging oder bei Bauanträgen über Befreiungen oder Überschreitungen diskutiert wurde. Geärgert habe ihn die Vernichtung des Lehrschwimmbeckens in der Schule West und auch der Abriss des Gymnasiums.

Er wollte auch an seinem letzten Abend im und als Stadtrat nicht von eindringlichen Worten Abstand nehmen: „Schont mir die graue Energie, vermeidet Abrissgedanken und handelt nach dem Prinzip schützen und bewahren!“ Die Baulandausweisungen in Hochbrück und die Entwicklung der Kommunikationszone und der Bau des Kinderhauses sind unter seiner Stadtratszeit gereift und auch die Isarbrücke stehe zu seiner Freude noch. Mit Sicherheit sei er bei interessanten Themen noch in den Sitzungen zu sehen, aber eben auf den Zuschauerplätzen. „Aber nun ist es Zeit, sich zu verabschieden. Ich sage Danke und Servus, euer Alfons.“

Weitere Nachrichten aus Garching und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare