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Fünf Jahre hat Samantha Cristoforetti am Lehrstuhl für Luft- und Raumfahrttechnik studiert und in Garching gelebt.

Sie studierte einst in Garching

Astronautin zu Besuch in der Studienheimat

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Garching - Fast 200 Tage lang ist Samantha Cristoforetti auf der Internationalen Raumstation (ISS) gewesen – länger als jede andere Astronautin. Zurück auf der Erde werde sie ständig gefragt, wie sie es all die Zeit auf so engem Raum ausgehalten habe, erzählt die 39-Jährige bei ihrem Besuch in Garching. „Dabei hatten wir viel Platz“, sagt Cristoforetti und grinst. „Wenn ich da an mein Zimmer zu Studienzeiten zurückdenke.“

Auch im Wohnheim in Garching dürfte die Italienerin nicht allzu luxuriös gelebt haben, als sie von 1996 bis 2001 am Lehrstuhl für Luft- und Raumfahrttechnik der TU München (TUM) studiert hat. Nun ist Samantha Cristoforetti an ihren alten Studienort zurückgekehrt: In der Fakultät für Maschinenbau erzählt sie vor gut 500 Besuchern von ihrer Reise ins All. „Ich saß früher oft genau in diesem Hörsaal“, sagt sie zur Begrüßung und lacht. „Aber so voll habe ich ihn noch nie gesehen.“ Tatsächlich sitzen die Studenten sogar auf den Treppenstufen und lauschen gebannt, während die Astronautin von ihrem Trip zur ISS erzählt. Nach dem Studium trat sie 2001 der italienischen Luftwaffe bei, ließ sich zur Kampfpilotin ausbilden und setzte sich danach im Auswahlverfahren der Europäischen Weltraumorganisation gegen 8400 Konkurrenten durch. Der Lohn: Als einzige Frau gehörte sie 2009 zu den sechs Neulingen des Europäischen Astronautenkorps; fünf Jahre später ging es dann mit dem Russen Anton Schkaplerow und dem Amerikaner Terry Virts im Sojus-Raumschiff zur ISS.

„Ich wollte schon als kleines Kind Astronautin werden“, verrät Cristoforetti bei ihrem Vortrag in Garching, der via Internet live übertragen wird. „Allerdings war natürlich auch sehr viel Glück dabei.“ Nervös sei sie beim Start im russischen Baikonur nicht gewesen. Auf der einstündigen Fahrt zur Rakete legte die Astronautin seelenruhig ein Nickerchen ein. Im Raumschiff ging es dann in sechs Stunden viermal um die Erde, ehe die ISS erreicht war. Dort gehörte Cristoforetti zur sechsköpfigen ISS-Expedition 42.

In fehlerfreiem Deutsch berichtet die Italienerin, die sechs Sprachen spricht, von ihren Aufgaben auf der Raumstation. Dort führten sie Wartungsarbeiten sowie allerlei Versuche durch – an Fruchtfliegen, aber vor allem an und mit sich selbst. So wurden unter anderem die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper getestet. Eine anstrengende Arbeit, „aber das ist nicht so schlimm, wenn man währenddessen herumschweben kann wie Superman“, sagt Cristoforetti. Wobei der Erfolg einer solchen Mission nicht von „Superstars“ abhänge, betont sie. „Viel wichtiger ist, dass man als Team funktioniert.“ Aus diesem Grund hätten sich alle Mitglieder darum bemüht, für gute Stimmung an Bord zu sorgen, sagt die Italienerin, die Fotos von ihrem Geburtstag und dem gemeinsamen Weihnachtsfest zeigt. Nur auf die Frage von TUM-Professor Ulrich Walter, wie es denn mit Alkohol an Bord aussehe, gibt sie sich arglos: „Davon weiß ich nichts“, sagt sie mit breitem Grinsen. Um in Kontakt mit Familie und Freunden zu bleiben, habe jeder Astronaut ein Telefon gehabt. „Wir konnten beliebige Nummern auf der Erde anrufen. Und das Schöne ist: Niemand konnte uns anrufen.“

Nach 199 Tagen und 17 Stunden im All – Rekord unter Astronautinnen – ging es für Cristoforetti vor einem Jahr zurück auf die Erde. „Wenn man nicht wüsste, was auf einen zukommt, denkt man, man stirbt“, sagt sie über die Landung. „Aber da wir es wussten, war es eigentlich ganz lustig.“

Patrik Stäbler

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