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„Wir gehen viel ins Kindertheater. Bisher gab es nie Probleme. Nur in Garching wird das so gehandhabt.“

Mutter bekommt keine Karten

Babys im Kindertheater nicht erwünscht

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Weil sie ihren Säugling mit ins Garchinger Kindertheater nehmen wollte, ist Simone Schmidt (37) der Eintritt verwehrt worden. Ein Unding, findet die Mutter von drei Kindern – die Stadt dagegen verweist auf das vom Veranstalter vorgegebene Mindestalter. 

Garching In der Weihnachtsgeschichte sind Ochse und Esel bloß Randfiguren. Nicht so beim Kindertheater Mummpitz: In seinem Stück „Ox und Esel“, mit dem das Nürnberger Ensemble in Garching gastierte, spielen die Tiere die Hauptrollen, nachdem eines Tages ein plärrendes Jesuskind in ihrem Stall auftaucht.

Das etwas andere Krippenspiel richtet sich laut dem Theater an Vor- und Grundschüler – so wie den fünfjährigen Johannes. Daher wollte seine Mutter Simone Schmidt mit ihm zur Aufführung ins Römerhoftheater gehen – doch daraus wurde nichts. Denn als die 37-Jährige im städtischen Kulturamt vorstellig wurde, verkaufte man ihr dort keine Tickets. Der Grund hierfür klammerte auf Simone Schmidts Arm: ihr viermonatiger Sohn Maximilian, den sie ebenfalls mit ins Kindertheater nehmen wollte.

Doch Säuglinge seien dort nicht gestattet, teilte ihr eine Rathausmitarbeiterin und später auch Wolfgang Windisch per E-Mail mit. Der Kulturreferent verweist auf Nachfrage des Münchner Merkurs auf das angegebene Mindestalter: „Das Einhalten der Altersgrenze seitens des Veranstalters ist fester Vertragsbestandteil in den Künstler- und Agenturverträgen. Es ist Aufgabe der Stadt dies sowohl im Vorfeld beim Kartenvorverkauf, als auch am Tage der Veranstaltung an der Theaterkasse zu vollziehen.“

Simone Schmidt kann das nicht verstehen. Ihr gehe es ja nicht darum, ihr vier Monate altes Baby intellektuell zu fördern. „Der Maximilian schläft sowieso die ganze Zeit“. Vielmehr wolle sie ihrem älteren Sohn den Besuch des Kindertheaters ermöglichen und habe schlicht keine Betreuungsmöglichkeit für dessen jüngeren Bruder. „Wenn ein Säugling während der Vorstellung schreit, ist eine Mutter doch die erste, die rausgeht, weil ihr das peinlich ist“, sagt sie. „Wir gehen viel ins Kindertheater, und in München oder in Unterschleißheim gab es nie Probleme. Nur in Garching wird das so gehandhabt.“

Dagegen argumentiert Wolfgang Windisch: „Die Recherche seitens des Kulturreferats bei anderen Häusern ergab, dass auch in konsequenter Weise in Kauf genommen wird, dass sich Familien aufgrund dieser Regelung gänzlich gegen einen Theaterbesuch entscheiden.“ Er verweist auf die Beweggründe „professioneller Theatergruppen“, die diese ihm auf Anfrage dargelegt hätten. Unter anderem gehe es um die „Vorsorge, dass Publikum und Darsteller auf keinen Fall Störungen, gleich welcher Art, erleben“. Denn: „Nicht nur Babygeschrei, sondern auch leises Brabbeln von Babys und Kleinkindern zerstört augenblicklich die Konzentration der Schauspieler und die des Publikums.“

In aller Regel, sagt Wolfgang Windisch, seien die Garchinger Eltern „sehr dankbar“ für die Angaben zur Altersfreigabe. „Beschwerden hierüber sind ganz seltene Einzelfälle.“ Das wiederum will Simone Schmidt nicht glauben. Sie hat von vier anderen Müttern aus Garching erfahren, die mit ihren Säuglingen ebenfalls nicht ins Kindertheater gelassen wurden – und darüber alles andere als dankbar gewesen seien.

Nur zwei Wochen, nachdem das Kindertheater „Ox und Esel“ in der Stadt gastierte, sei sie übrigens doch noch mit allen ihren drei Söhnen im Römerhoftheater gewesen, erzählt Simone Schmidt – diesmal beim Verein Theater für Kinder Garching, der die Berchtesgadener Puppenbühne mit „Ole im Trollwald“ eingeladen hatte. „Und dort war das überhaupt kein Problem.“

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