Miniatur-Bauprojekt zum Anfang: Mit dem Lego-Set, das Tatiana Bulovyatova als 250. GiGa-Mitglied geschenkt bekommen hat, kann sie schon mal daheim bauen, bis auf dem Grundstück in der Kommunikationszone die Bagger anrollen.
+
Miniatur-Bauprojekt zum Anfang: Mit dem Lego-Set, das Tatiana Bulovyatova als 250. GiGa-Mitglied geschenkt bekommen hat, kann sie schon mal daheim bauen, bis auf dem Grundstück in der Kommunikationszone die Bagger anrollen.

In der Kommunikationszone

Bereits 250 Mitglieder: Genossenschaft hofft auf baldigen Baubeginn

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
    schließen

Der Andrang bei der Wohnbaugenossenschaft in Garching ist groß. Erst kürzlich hat sich das 250. Mitglied eingeschrieben. Sie alle warten auf den Startschuss in der Kommunikationszone.

Garching – Bezahlbarer Wohnraum ist gefragter denn je. 250 Mitglieder haben sich deshalb bereits in die Wohnbaugenossenschaft „Gemeinsam in Garching“ (GiGa) eingetragen – aber nicht jedes Mitglied will auch einziehen.

Das 250. Mitglied ist Tatiana Bulovyatova, sie durfte ihre Mitgliedschaft gleich dort feiern, wo das erste Bauprojekt der GiGa entstehen soll, nämlich in der Kommunikationszone. Dort bewirbt sich die GiGa, um ein Grundstück, um rund 60 Wohnung errichten zu können. „Meine Familie ist Mitglied geworden, weil die Miete unserer aktuellen Garchinger Wohnung sehr hoch ist und stetig weiter steigt“, sagt Bulovyatova. Die Genossenschaft biete ihr die Perspektive, dass das Wohnen auf Dauer bezahlbar bleibt.

„Die Architekten sollen ihre Kreativität spielen lassen“

Dass die Idee der Baugenossenschaft „so gut ankommt“, hätte auch Initiator Bastian Dombret nicht erwartet. Wenngleich bereits die erste Infoveranstaltung im November 2019 mit über 100 Interessenten den Römerhof aus allen Nähten platzen ließ. Offiziell gegründet im August 2020, hat die GiGa das Konzept für das genossenschaftliche Wohnen so gut wie fertig. Kleine Arbeitsgruppen haben sich mit Themen wie Gemeinschaftsräume, Fahrradstellplätze, Energieeffizienz auseinandergesetzt. Ökologisch und nachhaltig soll der Bau sein, aber mehr Vorgaben will die Baugenossenschaft nicht machen, „die Architekten sollen ihre Kreativität spielen lassen“, erklärt Dombret. Auch bei den Baustoffen wolle man keine einschränkenden Vorgaben machen.

Jetzt heißt es aber erst einmal, auf Entscheidungen aus dem Stadtrat zu warten. In der kommenden Woche steht der Bebauungsplan Kommunikationszone auf der Tagesordnung, hier müssen noch etliche Einwände einfließen. Sobald der Bebauungsplan jedoch rechtskräftig ist, wird auch die Konzeptausschreibung für das für eine Genossenschaft „reservierte“ Grundstück erfolgen. Denn letztlich obliegt es dem Stadtrat, wer den Zuschlag für das Grundstück bekommt. Es können sich nämlich auch Baugenossenschaften aus der Umgebung bewerben, doch Dombret von der GiGa ist zuversichtlich. „Wer, wenn nicht die Garchinger kennen ihre eigenen Bedürfnisse. Und es geht ja darum, bezahlbaren Wohnraum für die Garchinger zu schaffen“, sagt er. „Es wäre schön, noch in diesem Jahr Klarheit zu bekommen.“

Nicht alle Mitglieder wollen Wohnung direkt beziehen: Das ist der Grund

Denn die die 60 geplanten Wohnungen der GiGa sind so gut wie vermietet. Was heißt, dass es bereits eine Warteliste für die nächsten Bauprojekte gibt, die Dombret auf zwei weiteren städtischen Grundstücken in der Kommunikationszone, aber auch am Schleißheimer Kanal sieht. „Zum Glück wollen nicht alle der 250 Mitglieder gleich eine Wohnung beziehen, sondern planen langfristig für ihre Kinder oder Enkelkinder, sehen sich als finanzielle Förderer, weil sie die genossenschaftliche Idee gut finden, oder weil sie die Möglichkeit einer besseren Verzinsung als auf ihrem Bankkonto sehen.“

Das Herz der Initiative bilden Menschen, denen lebenswert gestaltetes Wohnen in Garching am Herzen liegt, weshalb sie sich ehrenamtlich für die Genossenschaft und das neu entstehende Stadtviertel engagieren. „Wir freuen uns sehr, dass wir schon so viele Menschen für unser gemeinsames Projekt begeistern konnten“, sagt Garchings früherer Bürgermeister Manfred Solbrig, der sich als Vorsitzender des Aufsichtsrates für die Genossenschaft einbringt. Er ist sich sicher, dass die Stadt nun bald die Voraussetzungen für den Baubeginn in der Kommunikationszone schafft. „Wir hoffen auch, dass weitere Flächen für den genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden, um der großen Nachfrage nach diesem zeitgemäßen Wohnmodell zu begegnen“, sagt Solbrig.

Wie genau die Vergabekriterien aussehen, wollten die Genossenschaftler in einem Workshop entwickeln, sobald die Pandemie Treffen in Person wieder erlaubt. Bislang wurden nun kleinere Arbeitsgruppen gebildet, deren Ideen im großen Plenum diskutiert werden. „Die Tendenz ist aber klar“, verrät Initiator Dombret, „ein Bezug zu Garching muss schon sein.“

Weitere Nachrichten aus Garching und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare