Garching bringt Konzept zur Elektromobilität auf den Weg

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70 Ladestationen und ein E-Auto für den Bürgermeister gehören zum Masterplan der Stadt. Er soll in den kommenden zehn Jahren verwirklicht sein.

Garching – Dietmar Gruchmann steigt um: Der Garchinger Bürgermeister wird seine Dienstfahrten künftig im Elektroauto zurücklegen. „Das macht Sinn, weil die Strecken, die ich fahre, meistens maximal vierzig Kilometer sind“, erläuterte der SPD-Rathauschef im Bauausschuss des Stadtrats.

Sein persönlicher Umstieg ist freilich nicht der Grund, weshalb die Stadt nun fast zeitgleich ein neues Konzept zur Elektromobilität auf den Weg gebracht hat. In dessen Rahmen sollen in den nächsten zehn Jahren 70 Ladesäulen mit 140 Ladepunkten auf öffentlichen Parkplätzen errichtet werden. Je nach Lage liegen die Anschlusskosten bei 2000 bis 10 000 Euro, dazu kommt die Ladestation selbst, die mit rund 3500 Euro zu Buche schlägt. Insgesamt dürfte eine Investitionssumme von mehreren hunderttausend Euro auf die Stadt zukommen – wobei die Kommune auf Fördergelder hofft.

„Es wird schon lange erwartet, dass wir mehr Initiative beim Thema Ladestationen ergreifen“, sagte Gruchmann im Bauausschuss, der das Elektromobilitätskonzept einstimmig absegnete. „Die Geschwindigkeit, in der wir das umsetzen, können wir selbst bestimmen. Das hängt davon ab, welches Budget der Stadtrat in den künftigen Haushalten zur Verfügung stellt.“

Das Konzept stammt aus dem Haus des Oberschleißheimer Ingenieurbüros S&T, dessen Mitarbeiter Stefan Sachs die übergeordneten Ziele des Konzepts aufzählte: „Es geht um weniger Emissionen, weniger Lärm, dass die Stadtmitte weiter verkehrsberuhigt wird, im wahrsten Sinne des Wortes, und darum, den Umstieg auf Elektroautos zu erleichtern.“

Aktuell verfügt die Stadt Garching über drei E-Autos sowie ein Hybrid-Fahrzeug für die Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs. In der Rathaus-Tiefgarage gibt es zwei Ladestationen, eine dritte soll demnächst hinzukommen. Überdies finden sich im Stadtgebiet weitere 15 Ladestationen auf privatem und gewerblichem Grund. Dieses zurzeit noch recht lose Netz soll nun also deutlich engmaschiger werden, mittels der geplanten Ladestationen auf 21 Parkplätzen. Den Auftakt machen dabei jene Standorte, die vom Ingenieurbüro mit der Priorität „hoch“ bewertet worden sind. Hier sollen binnen der kommenden drei Jahre 20 Ladesäulen mit 40 Ladepunkten errichtet werden – am Maibaumplatz, am Rathaus, an der Turnhalle in der Schleißheimer Straße, am Gymnasium, am U-Bahnhof Hochbrück und am dortigen Ortsteilzentrum. Im Anschluss daran folgen die weiteren Standorte mit den Prioritäten mittel und niedrig.

Als „grundsätzlich durchaus innovativ“, lobte Stadtrat Manfred Kick (CSU), selbst Fahrer eines E-Autos, das vorliegende Konzept. „Das ist mit Sicherheit nicht zu tief gestapelt. Von der Zeit her wird sich zeigen, ob das Ganze nicht noch schneller umgesetzt wird.“

Derweil gab sein Fraktionskollege Albert Biersack zu bedenken, dass infolge der neuen Ladesäulen einige Parkplätze für herkömmliche Autos wegfallen. „Wir müssen im Auge behalten, was der tatsächliche Bedarf ist. Nicht, dass wir da Unmut herausfordern.“

Dagegen betonte Stadtrat Werner Landmann für seine Grünen-Fraktion: „Wir haben kein Problem damit, wenn ein paar Plätze für Autos mit Verbrennungsmotor wegfallen.“ Patrik Stäbler

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