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Am Parkring entsteht das zwölfte Gebäude für den Business Campus. Jüngste Expansionswünsche hat der Stadtrat aber teilweise verwehrt. Unser Bild zeigt: (v.l.) Bernhard Hanis, Alfons Schmaderer, Michael Blaschek, Alfons Kroft, Lothar Koniarski, CSU-Bundestagsabgeordneter Florian Hahn und Christian Bretthauer.

Zwölftes Gebäude

Business Campus: Getrübte Freude beim Richtfest

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Garching - Jetzt ist das Dutzend bald voll: Der Rohbau von Gebäude Nummer zwölf am Business Campus steht. Beim Richtfest trübt jedoch eine Entscheidung die Feierlaune, die der Garchinger Stadtrat in der Vorwoche getroffen hat.

Werden die Vertreter des Business Campus jenen Stadtratsbeschluss ansprechen, der sie so überrascht und enttäuscht hat? Diese Frage schwebt unausgesprochen über dem Richtfest des zwölften Gebäudes in dem Gewerbepark zwischen Autobahn und Hochbrück. Doch bevor die Gastgeber mit ihren Reden an der Reihe sind, tritt Alfons Kraft ans Mikrofon, der als Zweiter Bürgermeister den Rathauschef Dietmar Gruchmann (SPD) vertritt. Und der BfG-Stadtrat kommt von sich aus auf das Thema zu sprechen. 

Nachdem er den Business Campus in den höchsten Tönen gelobt hat, räumt Kraft ein, dass man jetzt noch „ein bisschen Überzeugungsarbeit“ leisten müsse, um die anderen Fraktionen im Stadtrat für die Erweiterungspläne zu gewinnen – und bei den Worten „ein bisschen“ muss Michael Blaschek schmunzeln. Der Geschäftsführer des Business Campus war eine Woche zuvor noch „völlig überrascht“ und fühlte sich „im Regen stehen gelassen“, als der Stadtrat einen Antrag des Gewerbeparks durchfallen ließ. „Wir hatten uns im Vorfeld mit allen Fraktionschefs getroffen, doch da gab es keinerlei Signale“, monierte Blaschek. 

Konkret geht es um den Wunsch nach einer Änderung des Bebauungsplans. Wegen der großen Nachfrage von potenziellen Mietern hat die DV Immobilien (DVI) als Betreiber des Business Campus eine zusätzliche Geschossfläche von 36 000 Quadratmetern beantragt, was der Stadtrat einstimmig absegnete. Darüber hinaus wollte die DVI ein Grundstück im Südwesten bebauen, das zurzeit als Vorbehaltsfläche für eine mögliche Brücke über die B471 reserviert ist. Bürgermeister, SPD und BfG unterstützten diesen Plan, doch die Opposition aus CSU, UG und Grünen brachte ihn zu Fall. Ihr Argument: „Wir wollen diese Fläche freihalten und nicht alles zubauen“, erklärte Jürgen Ascherl (CSU). Zudem könnte das Areal zukünftig für die Fortführung einer Umgehungsstraße benötigt werden. 

Michael Blaschek indes ist sich sicher: „Dieses Brückenbauwerk wird nie kommen.“ Zugleich schlägt er beim Richtfest konziliantere Töne an: „Für uns ist es erst mal positiv, dass mehr Fläche genehmigt wurde“, sagt Blaschek. Wegen des strittigen Grundstücks werde er noch mal das Gespräch mit den Fraktionen suchen. „Wir wollen ihnen klarmachen, dass die Kreuzung funktioniert, so wie sie jetzt ist. Und dass das städtebaulich die beste Lösung ist.“

Weitere Wünsche: Hochhaus und Hotel 

Schließlich wolle man dem Business Campus noch „das Sahnehäubchen“ aufsetzen, wie es DVI-Geschäftsführer Lothar Koniarski formuliert. Nämlich ein Hochhaus im Osten des Geländes sowie ein Business-Hotel im Südwesten. Koniarski lobt den Gewerbepark mit seinen bald 185 000 Quadratmetern Mietfläche, den 100 Firmen und 5200 Beschäftigten als „Leuchtturmprojekt“ in der Immobilienszene. Und auch, wenn er den Stadtratsbeschluss nicht direkt anspricht, rechnet Koniarski vor: „Die Firmen hier kommen auf etwa eine Milliarde Euro Umsatz, was Garching eine Gewerbesteuer in zweistelliger Millionenhöhe bringt, die erst in den nächsten Jahren so richtig sprudeln wird.“

ps

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