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Im Theatron versammelt: Die Abiturientinnen und Abiturienten des Garchinger Gymnasiums.

Trauer am Freudentag

Abi in Garching: Erinnerung an tödlich verunglückte Mitschülerin 

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Garching – Für die Abiturienten des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Garching und ihre Angehörige ist dies ein Tag der Freude und des Feierns – einerseits. Andererseits wissen sie alle, dass zeitgleich in Unterföhring eine Familie sitzt, die der Gedanke an die Zeugnisverleihung auf quälende Art und Weise an ihren schmerzlichen Verlust erinnert. Gemeint sind die Eltern der 17-jährigen Viwi, die am Neujahrsmorgen von einem Ampelmast erschlagen wurde, den ein betrunkener BMW-Fahrer umgefahren hatte.

Die Unterföhringerin hätte am Freitag ihr Abiturzeugnis erhalten und wäre tags darauf 18 Jahre alt geworden – und so versuchten sowohl Schulleiter Martin Eidenschink als auch Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer in ihren Reden den schweren Spagat zwischen Feierlaune auf der einen und andächtigen Tönen auf der anderen Seite. 

Rektor und Bürgermeister erinnern an Viwi

„Wir sind und bleiben mit Viwi gerade auch am heutigen Tag verbunden“, sagte der Rektor. Und Andreas Kemmelmeyer rief den Absolventen mit Tränen in der Stimme zu: „Es wäre sicher in Viwis Sinne, dass ihr heute gescheit feiert.“

Insgesamt 119 Absolventen erhielten am Freitag ihr Zeugnis; 125 waren ursprünglich zum Abitur angetreten. Mit einer Durchschnittsnote von 2,3 und 38 Schülern mit einer Eins vor dem Komma sei das Abschneiden „sehr respektabel“, befand Eidenschink. 13 Absolventen bekamen gleich zwei Zeugnisse ausgehändigt: Das deutsche und das französische Abitur, das sie im Rahmen des Abi-Bac parallel absolviert haben. 

Ärger um das Abi-Buch

In ihrer Schüleransprache dankten Selina Bunghardt und Amelie Wulff all jenen, die sie auf ihrem Weg zum Abitur begleitet haben – der Schulleitung, den Lehrern und allen voran ihren Eltern. Mit Blick auf den Neubau des Gymnasiums und den zwischenzeitlichen Umzug in Container sagte Amelie Wulff: „Wir haben drei mehr oder weniger funktionelle Schulgebäude erlebt. Aber jetzt haben wir das Ziel unserer gemeinsamen Reise erreicht.“ Derweil verwies Selina Bunghardt auf das „tolle Abibuch“, das die Absolventen verfasst haben, und „hinter dem wir alle stehen“. 

Direktor und Lehrer fühlen sich angegriffen

Um jenes Abibuch hatte es hitzige Debatten gegeben. Der Grund: Die Schulleitung und auch einige Lehrer waren von mehrern kritischen Passagen über sie gar nicht begeistert. „In dieser Breite und Heftigkeit haben wir so etwas noch nie erlebt“, sagt Martin Eidenschink. „Das ging an mehreren Stellen wesentlich zu weit und hat die Würde der Betroffenen verletzt.“ Als Reaktion auf die Veröffentlichungen haben der Rektor und auch mehrere Lehrer ihren Besuch beim Abiball am Freitagabend abgesagt.

Die Abiturienten wollten sich davon nicht die Feierlaune verderben lassen. So rief Amelie Wulff ihren Mitschülern mit Blick aufs Fest abschließend zu: „Lassen wir’s krachen.“

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