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Der Moment, als Bettina Fakir ihre Ricoh das erste Mal nach 1,5 Jahren wieder in die Arme schließen konnte. 

Vermisstes Tier taucht nach langer Zeit wieder auf

Kater Ricos unglaubliche Heimkehr

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Für Bettina Fakir (51) aus Garching ist es wie ein Wunder. Seit August 2015 war ihr Kater Rico verschwunden. Sie hatte keine Hoffnung mehr, ihn noch einmal wiederzusehen. Doch jetzt ist er nach über 1,5 Jahren wieder aufgetaucht.

Garching – Als der Münchner Tierschutzverein bei der 51-Jährigen anrief, konnte sie es kaum glauben: „Ich dachte: Das gibt’s doch gar nicht.“ Um so größer war die Freude, als Bettina Fakir ihren Rico noch am selben Tag bei den Tierschützern abholen konnte. „Ich habe ihn in die Arme geschlossen und er hat sich sofort entspannt und seinen Kopf an meine Schulter gelehnt. Das war unbeschreiblich“, sagt die Garchingerin noch voller Euphorie.

Er war schon mal in Deggendorf

An seinem vierten Geburtstag im August 2015 war Rico ausgebüxt und seitdem spurlos verschwunden. Das war nicht das erste Mal. Drei Monate zuvor war der stattliche Kater schon einmal weggelaufen. Damals hat Bettina Fakir Wochen später einen Anruf aus dem 110 Kilometer entfernten Deggendorf erhalten. Ricoh sei dort gefunden worden. Tatsächlich hat die 51-Jährige ihren Kater von dort abholen können. Wie er überhaupt dorthin gekommen war, weiß niemand. „Als er dann ein zweites Mal weg war, war ich mir sicher: Das war’s jetzt. Er kommt nie wieder.“ Sie hatte die Hoffnung aufgegeben. Und die Trauer war groß. Viele Tränen sind geflossen, denn Rico war aus der Familie nicht mehr wegzudenken. Die Fakirs hängten Suchplakate auf, meldeten sich bei sämtlichen Tierschutz-Organisationen und gab Vermisstenmeldungen auf – auch beim Tierschutzverein München. Hier landete der Fall bei der Vermisstenstelle. Doch Rico blieb verschwunden. Bis jetzt.

Denn vor wenigen Tagen wurde ein getigerter Kater bei Bauarbeiten am Forschungscampus an einer Futterstelle in Garching entdeckt. Der Tierschutzverein wurde verständigt. Nach den ersten Untersuchungen sahen die Ehrenamtlichen, dass der Kater wohl draußen gelebt, aber offenbar regelmäßig mit Futter versorgt wurde. Und sie entdeckten, dass er eine Tätowierung im Ohr hatte. Die war zwar schon verblasst, aber Bruchstücke davon waren noch erkennbar.

Mühevolle Spurensuche

Da er keinen Chip hatte, kämpfte sich Eveline Kosenbach von der Vermisstenstelle durch einen Berg von Suchmeldungen zurück bis ins Jahr 2015. Und die Mühe hat sich gelohnt. Denn tatsächlich fand sie eine Meldung über einen tätowierten Kater aus dem Bereich Garching, auf den die Beschreibung passte. Sofort verständigten die Ehrenamtlichen Besitzerin Bettina Fakir, die nur wenige Stunden später ihren Rico wieder in die Arme nehmen konnte.

Schon gleich am ersten Tag daheim in Garching hat sich Rico wieder gut eingelebt. „Er kannte sich sofort wieder aus im Haus“, sagt Bettina Fakir. Sein geliebtes Kuschel-Fell in der Fensterbank hat die 51-Jährige nie weggeräumt. „Rico ist gleich zu seinem Lieblingsplatz gelaufen und hat sich dort hingesetzt.“ Nur an seine neue Katzenschwester, die sich die Familie inzwischen zugelegt hat, muss sich der Kater jetzt noch gewöhnen. Vorerst bleibt er auch noch in der Wohnung. Zu groß ist die Sorge, dass Rico wieder weglaufen könnte.

Fremde Tiere nie füttern

Der Tierschutzverein appelliert an jeden, fremde Tiere niemals anzufüttern. „Es ist schade um die Zeit, die man verloren hat, nur weil es ein Mensch zwar gut gemeint, sich aber nie Gedanken gemacht hat, ob es nicht doch einen Besitzer des Tieres gibt, der sucht, trauert und vor Sorge fast krank wird“, sagen die Ehrenamtlichen. Wer ein Tier findet, soll sich lieber bei der Vermisstenstelle melden, Tel. 089/92 10 00 22 oder per E-Mail: vermisstenstelle@tierschutzverein-muenchen.de.

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