Kompakte Kreativität: Die Stelen stehen im Stadtzentrum verteilt.
+
Kompakte Kreativität: Die Stelen stehen im Stadtzentrum verteilt.

Versteigerung nach Aktionsende

Kreative Wegweiser und Treffpunkte: 75 Stelen in Garchings Stadtmitte verteilt

  • Sabina Brosch
    VonSabina Brosch
    schließen

Im Stadtzentrum von Garching stehen 75 bunte bemalte und verzierte Stelen. Sie sollen als Wegweiser und Treffpunkte dienen. Dahinter steckt ein Kunstprojekt.

Garching – Bunt bemalt, mit Tüll, Metall, Keramik oder gar Bierdeckeln verziert, mit Gesichtern oder Tiermotiven geschmückt: Seit Sonntag stehen 75 Stelen im Ortskern Garching, jede ein Unikat, geschaffen von Garchingern, initiiert vom Kunstkompass München Nord.

Seit Januar arbeiteten Gerda Großmann, Ludwine Geiger, Brigitte Janski und Christa Schmidt an ihrem „beflügelten Baum“. Stolz streckt der Pfau, oben auf dem Holz sitzend, seinen blauen Hals empor, die Stele ist mit Zweigen und Ästen bestückt, am unteren Ende klopft ein Specht seinen Schnabel ins Holz. Stolz präsentieren die vier Künstlerinnen bei der Vernissage ihr im Keramikkurs des Seniorentreffs geschaffenes Werk. „Wir waren sofort begeistert von der Idee“, sagt Kursleiterin Debora Dietze. „Die Idee haben wir gemeinsam entwickelt und uns drangesetzt.“

Pfauenstele: Auch der Seniorentreff um Brigitte Janski (l.) und Gerda Großmann hat sich an der Kunstaktion beteiligt.

Der „Stelenpark“ ist die zweite Kunst-Mitmachaktion des Vereins Kunstkompass. 2019 hatte Ursula Busch zu dem Projekt „Stühle, Koffer und Schirme“ Bürger und Institutionen aufgerufen, sich gemeinsam kreativ zu betätigen. Die Exponate wurden im Bürgerpark ausgestellt, „der Erfolg bestätigte uns darin, diese Aktion unter einem anderen Motto zu wiederholen“, so Busch. Sie und ihr Team haben sich für Stelen entschieden. „Sie nehmen nicht viel Platz weg, sind nicht teuer und passen hervorragend in die Grünflächen der Fußgängerzone.“ Denn dieses Mal sollte es im Zentrum Garchings sein, dort wo die Menschen sind und die Stelen nun als Wegweiser dienen, Plätze benennen oder als Treffpunkte dienen. Die Stelen sollen eine Einladung zum Kunstspaziergang durch die Stadtmitte sein, den Blick auf sich ziehen, die Fantasie anregen, eine Botschaft übermitteln oder auch „nur“ ein Zeichen am Weg sein.

Ein Jahr Vorbereitung war notwendig, die Resonanz riesig, neben zahlreichen Privatpersonen haben sich auch etliche Vereine und Institutionen wie Schulen, Senioren- und Integrationsbeirat oder Kitas beteiligt. Ein buchstäblicher Kraftakt war es, die neun Mal neun Zentimeter dicken Stellen in die eisernen Bodenhülsen zu verankern.

„Das Projekt ist hervorragend gelungen“

„Das Projekt ist hervorragend gelungen“, sagt Zweiter Bürgermeister Thomas Ascherl (CSU), „eine tolle Bereicherung für die Stadt und wir sind stolz, dass wir so einen innovativen Verein haben.“ Auch heuer hat die Kommune das Projekt finanziell unterstützt, „ohne diese Hilfe hätten wir so ein Projekt gar nicht stemmen könnten“, bedankt sich Busch.

Bis 23. Oktober sind die Stelen zu sehen, dann wird Herbert Becke den Auktions-Hammer schwingen und sie versteigern. Das Anfangsgebot liegt bei 20 Euro, Busch hofft jedoch auf hohe Versteigerungserlöse, das Geld kommt nämlich dem Garchinger Tisch zu Gute.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare