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Nur auf bestimmten Wegen (in Gelb) sollen sich die Besucher der Fröttmaninger Heide bewegen – zum Schutz der Natur und aus Sicherheitsgründen. Infotafeln an den Zugängen (in Rot) klären über das Gebiet südlich der A 99 und der B 11auf.

Kröten statt Granaten: Fröttmaninger Heide wird ökologisch aufgewertet

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Zauneidechsen, Wechselkröten, Schmetterling und co. sollen sich in Zukunft noch wohler in der Fröttmaninger Heide fühlen.

Unterschleißheim – Nachdem ca. 20 Hektar, des insgesamt 300 Hektar großen ehemaligen Militärgeländes, von Kampfmitteln geräumt wurden, kann ab Oktober eine Landschaftsbaufirma mit den Arbeiten zur ökologischen Aufwertung beginnen. „Wir haben Stabbrandbomben und Sprenggranaten gefunden. Der Großteil war aber Betonabbruch“, sagt Christine Joas, Geschäftsführerin des Heide-Flächen-Vereins. Das Material soll recycelt werden. Große Betonblöcke will der Verein als Aussichtsplattformen mit Blick in die Schutzzone und als Sitzgelegenheit nutzen. Betonbruch soll zerkleinert und als Tragschicht für Wege verbaut werden.

Ansaat 2020

Auf der freigeräumten Fläche westlich des Heide-Hauses sollen ungefähr zehn Hektar junge Kiefern gefällt werden, damit Heide- und Kiesflächen erhalten werden können. „Dadurch wird neuer Lebensraum für viele Tierarten geschaffen“, sagt Joas. Vor allem licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere profitieren von der Rodung. Im Frühjahr 2020 werden auf den frei gewordenen Flächen Samen aus der Garchinger Heide verstreut. Durch die Ansaat sollen Rasenstücke mit blühenden Pflanzen für mehr Artenvielfalt sorgen. Laut des Heide-Flächen-Vereins soll somit ein höheres Nahrungsangebot für Insekten geschaffen werden.

Tümpel sollen verdichtet werden, um die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern, damit sich die seltene Wechselkröte in der Fröttmaninger Heide wohl fühlt. Außerdem will der Verein mit Wurzeln, Totholz und Betonabbruch Verstecke für Amphibien in der Nähe der Tümpel anlegen. Auch Wildbienen und Grabwespen sollen in der Heide ihre Heimat finden.

Vorsicht: Besucher müssen auf den Wegen bleiben

„Aus Sicherheitsgründen und um die Natur zu schützen dürfen die Besucher der Heide in der neuen Umweltbildungszone nur auf den vorgesehenen Wegen laufen“, sagt Geschäftsführerin Johans.

Neben der ökologischen Aufwertung, soll auch der bereits bestehende Lehrpfad am Heide-Haus mit Infotafeln verlängert werden. „Ich denke, dass das ein attraktives Erlebnisangebot ist und hoffe, dass viele Kindergartengruppen und Schulklassen kommen werden“, sagt Joas. Anmeldungen nimmt der Verein gerne entgegen, telefonisch unter 089/3 19 57 30 oder per E-Mail an info@heideflaechenverein.de.

Der Heide-Flächen-Verein lädt am Sonntag, 13. Oktober, um 15 Uhr, ins Heide-Haus (Admiralbogen 77) zu einer Infoveranstaltung mit den Gebietsbetreuern über die Lage in der Fröttmaninger Heide ein.

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