+
„Es geht nicht anders“: Die Lkw müssen laut Stadtverwaltung den Echinger Weg nutzen – trotz Anlieger-Straße und Asylheim. Andere Routen gebe es nicht.

Bald läuft die Genehmigung für die Transporte aus

Lastwagen rauschen an spielenden Kindern vorbei - es gibt aber keine Alternativroute 

  • schließen

Seit Wochen transportieren Lkw Aushub durch den Echinger Weg - trotz spielender Kinder. Die Polizei hat die Zustände schon angemahnt. Eine andere Route gibt‘s aber offenbar nicht.

Garching – Schwer beladene Lastwagen schieben sich derzeit regelmäßig durch den Echinger Weg in Garching. Ist es trocken, wirbelt von ihrer Ladefläche Staub. Dabei gibt es ein essenzielles Problem: Der Echinger Weg ist ab der Neufahrner Straße eigentlich für alle Fahrzeuge gesperrt. Außer für Anlieger. Hinter der Flüchtlingsunterunterkunft dürfen gar nur noch Bauern mit ihren Traktoren durch zu ihren Feldern.

„Doch seit Wochen donnern hier im Minutentakt schwere Laster mit Aushub durch, das kann doch nicht wahr sein“, schimpft Peter Klages, einer der Anwohner. Auch die Polizei hat sich bei Ordnungsamtsleiter Jonas Bandner bereits gemeldet. Sie findet die Kombination aus Lkw und spielenden Flüchtlingskindern unglücklich. Aber: „Es geht eben nicht anders“, sagt Bandner.

Echinger Weg in Garching: Wenn es regnet, ist es ruhig in der Straße

Klages wohnt in der Einsteinstraße, die in den Echinger Weg mündet, seine Mutter lebt im Echinger Weg. Gemeinsam nutzen sie das kleine, verkehrsberuhigte Sträßchen nahe der A 9 gerne zum Spazieren. Die Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften spielen dort Ball, radeln, rennen herum. „Doch das ist bei trockenem Wetter fast nicht mehr möglich, da donnern die Laster voll beladen durch“, berichtret Klages. „Und nach dem Auskippen ihrer Ladung neben der Autobahn geht‘s wieder leer hier zurück.“ Es staube nicht nur unheimlich, die Situation sei unangenehm bis gefährlich.

Dies bestätigen auch zwei Security-Männer aus den Asyl-Unterkünften sowie ein Anwohner, der täglich seinen Jack Russell dort Gassi führt. „Wenn es geregnet hat, fährt keiner. Aber sobald es trocken und staubig wird, dann rumpeln sie wieder durch – und obwohl es eigentlich verboten ist, da zu fahren, an Schrittgeschwindigkeit hält sich auch keiner“, schimpft der Hundehalter, der seinen namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Echinger Weg in Garching: Genehmigung für Transporte nochmals verlängert

Die ausführende Baufirma ist das Unternehmen Georg Kurz aus Eching. Dort wird bestätigt, dass die Lkws nur bei trockenem Wetter fahren können, weil die Entladestelle auf einem Acker liegt und die Fahrzeuge bei Regen einsinken würden. Erteilt hat die Genehmigung, den Echinger Weg zu befahren, aber das Garchinger Ordnungsamt.

Das könnte Sie auch interessieren: Übersicht: Hier staut sich der Verkehr in den Sommerferien

„Wir wissen, dass das keine optimale Lösung ist“, sagt Jonas Brandner, der Leiter des Amtes. Der Aushub der Baustelle am neuen Kommunikationszentrum an der Freisinger Landstraße soll auf eine Stelle entlang der A 9, die eben nur über den Echinger Weg sicher zu erreichen sei. „Alle anderen Möglichkeiten führen über Feldwege, die nicht für so schwere Lastwagen ausgelegt sind, nur für Traktoren.“ Die Stadtverwaltung habe dem Unternehmen allerdings „mehrfach eindringlich“ mitgeteilt, dass sie speziell entlang der Asylunterkünfte „sehr langsam fahren müssen, generell in bebautem Gebiet langsam wegen der Staubentwicklung“, sagt Brandner.

Ablade-Fläche: Hierher transportieren die Lastwagen den Aushub der Baustelle.

Ursprünglich habe die Baufirma eine Genehmigung zum Befahren des Echinger Weges bis zum 27. Juli gehabt. „Die sind aber nicht fertig geworden mit ihrer Baumaßnahme, daher haben wir die Genehmigung verlängert“, teilt Brandner mit. Bis 18. August.

Echinger Weg in Garching: „Wir Anwohner und Naturliebhaber sind die Leidtragenden“

Worin die Verzögerung ruhe, das wisse er auch nicht. Selbst Oliver Balzer aus dem Bauamt ist ratlos. „Das ist ein Privatmann, der als vorbereitende Maßnahme für den Bau des Kommunikationszentrums auf seinem Grundstück den Oberboden abträgt“, erläutert er. Da dies keine Maßnahme der Stadt sei, wisse er auch nicht wie viel Kubikmeter Erde und Kies exakt wegfahren werden. Daraus könnte man immerhin die Zahl der Lkw-Fahrten berechnen.

„Dieser Landwirt besteht darauf, dass er seine Erde auf einem anderen Grundstück von sich ablädt und da kommt er eben nur über den Echinger Weg hin“, ärgert sich Klages. „Wir Anwohner und Naturliebhaber sind die Leidtragenden.“

Lesen Sie auch: Wendemanöver und Fahrten gegen die Einbahnstraße: Verkehrschaos an der Isarbrücke

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lärmschutzwand in Unterhaching: Bürger machen Druck
Erst weder Lärmschutzwall noch -wand, dann Waldumbau als Puffer für den Autobahnkrach, jetzt vielleicht doch eine Lärmschutzwand auf einem Wall: Das Thema wabert seit …
Lärmschutzwand in Unterhaching: Bürger machen Druck
Wie aus einer Elternidee ein Vorzeige-Kindergarten-Konzept wurde
Als Ute Fiedler aus Hohenbrunn für ihre Tochter einen Betreuungsplatz gesucht hat, war sie von einer regulären Kindertageseinrichtung  nicht begeistert. Sie suchte eine …
Wie aus einer Elternidee ein Vorzeige-Kindergarten-Konzept wurde
Experte warnt vor Cannabis-Konsum: „Jugendliche können sich dumm kiffen“
Kiffer werden immer jünger, das Gras immer stärker: Welche Gefahren Cannabis, gerade für Jugendliche, birgt, erklärt der Chefarzt für Suchtmedizin und Psychotherapie am …
Experte warnt vor Cannabis-Konsum: „Jugendliche können sich dumm kiffen“
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen
Der quer liegende Baumstamm in der Isar, der bereits mehrere Boote auf der Isar zum Kentern brachte, konnte noch immer nicht geborgen werden. Das Fahrverbot bleibt …
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen

Kommentare