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Ein Wasserschaden hat die Kegelbahnen im Kelller des Wirtshauses untauglich gemacht. Davor war es ein beliebter Treffpunkt. 

„Mei Wirtshaus“ in Hochbrück bangt um Zukunft

Letzte Hoffnung ist eine neue Kegelbahn

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Inzwischen liegen nur noch einige Teile der Wandverkleidung herum – ansonsten ist von den beiden Kegelbahnen im Keller des „Mei Wirtshaus“ in Hochbrück nichts geblieben. Keine Kugel, keine Kegel, keine Böden, nichts. Ob die Stadt Garching nun wieder neue Kegelbahnen in ihr Gebäude einbauen wird? Diese Frage soll der Bauausschuss im Stadtrat in seiner morgigen Sitzung ab 19.30 Uhr per Grundsatzentscheid beschließen.

Hochbrück– Er habe zwar im Vorfeld mit Vertretern aus dem Rathaus und mit einigen Stadträten gesprochen, sagt Wirt Thomas Klein, der das Lokal von der Kommune gepachtet hat. Aber eine Prognose will er nicht abgeben: „Jetzt warten wir mal, was am Dienstag rauskommt, dann schauen wir weiter.“ Wobei für Klein außer Frage steht, dass er eine Kegelbahn oder etwas Vergleichbares benötigt. „Wir sind sowieso in einer schwierigen Lage, weil hier kaum Laufkundschaft vorbeikommt“, sagt der Wirt. „Deshalb brauchen wir dringend irgendeine Art von zusätzlicher Zugkraft.“

Genau das sollten eigentlich die Kegelbahnen sein – so hatte sich das Klein vorgestellt, als er im Mai 2014 die Eröffnung des „Mei Wirtshaus“ feierte. Nachdem er zuvor sechs Jahre lang die Gaststätte an der Hochbrücker Kartbahn betrieben hatte, wollte er das leer stehende Lokal im Herzen des Ortsteils wiederbeleben. Zwar habe er gewusst, dass es im Keller einen Wasserschaden gegeben hatte. „Aber uns ist damals zugesagt worden, dass die Kegelbahn bald wieder funktioniert.“

Was seinerzeit weder Wirt noch Stadt ahnten: Der Wasserschaden sollte zu einer unendlichen Geschichte werden. Immer wieder rückten Bauarbeiter an, immer wieder hoffte man, das Leck gefunden zu haben – doch immer wieder plätscherte das Wasser aufs Neue. Derweil musste Thomas Klein über die Jahre zig Interessenten abweisen, die gerne bei ihm gekegelt hätten. Besonders oft habe das Telefon geklingelt, als infolge der Bürgerhaus-Sanierung die dortigen Bahnen nur eingeschränkt zur Verfügung standen, erzählt Klein. Ein weiterer Schwung von Anfragen ging ein, nachdem die „Kegelbahn Bender“ im Münchner Norden Ende 2016 ihre Türen schloss. Inzwischen sei es jedoch ruhig geworden, sagt der Wirt. „Es hat sich rumgesprochen. Und die, die häufiger angefragt haben, sind inzwischen frustriert.“

Im November 2016 legte der zuständige Rathausmitarbeiter dem Stadtrat eine Auflistung aller „Wasser- und Bauschäden in der Kegelbahn“ vor – auf eineinhalb Din-A4-Seiten. Es sei eine „Verquickung unglücklicher Umstände“, sagte damals Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Man war immer der Meinung, jetzt hat man’s gefunden – und dann kam aus einer anderen Ecke wieder etwas raus.“ Derweil riet der Rathausmitarbeiter dazu, den Boden, die Kegelbahnen und die Wandverkleidung komplett zu entfernen – was im Frühjahr auch geschah. Dabei habe man offenbar den mutmaßlichen Grund für den Wasserschaden aufgespürt, berichtet Thomas Klein. „Es war ein Riss in der Wand, ganz nahe an der Stelle, wo am Anfang schon das Wasser rausgekommen ist.“

Seitdem die Bauarbeiter letztmals abgerückt sind, habe er kein Wasser mehr im Keller entdeckt, sagt der Wirt. Nun stellt sich also die Frage, ob die Stadt die Kosten für eine neue Kegelbahn aufbringen will – vor einem Jahr sprach der Bürgermeister von „wahrscheinlich 150 000 Euro“.

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