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Farbenfrohes Wir-Gefühl: Jugendliche verschönern Schulmauern

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Von: Sabina Brosch

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„Etwas Schönes“ soll beim Projekt rausgekommen, forderte Schulleiterin Sandra Gruber. Das Ergebnis, darunter der Name des Schulpatrons Max Mannheimer, kann sich sehen lassen.
„Etwas Schönes“ soll beim Projekt rausgekommen, forderte Schulleiterin Sandra Gruber. Das Ergebnis, darunter der Name des Schulpatrons Max Mannheimer, kann sich sehen lassen. © Sabina Brosch

Mit einem Graffiti-Projekt will die Max-Mannheimer-Mittelschule in Garching die Klassengemeinschaft wieder stärken nach Monaten im Wechselunterricht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Garching – Ein paar Mal schüttelt die 13-jährige Retja die Farbdose in ihrer Hand kräftig, dann legt sie los. Das Gesicht des Minions, einer Figur aus einem Kinderfilm, sprayt sie knallgelb, bevor sie zu kräftigem Blau wechselt für die Latzhose. „Gehe ich nah ran, wird der Strich dünner, weiter weg ist für große Flächen besser“, erklärt die Schülerin. Zieht sie die Farbdose nicht schnell genug zurück und bekommt zu viel Farbe auf eine Stelle, beginnt diese herunterzulaufen.

Die Jugendlichen, die hier die Schulmauern besprühen, kennen sich aus. Und was sie machen, machen sie freilich mit Erlaubnis. Um die Klassengemeinschaft nach den Wochen im Wechsel- und Distanzunterricht zu stärken, hat die Max-Mannheimer-Mittelschule in Garching das Graffiti-Projekt ins Leben gerufen. Der schön anzuschauende Nebeneffekt: farbenfrohe und ausdrucksstarke Graffiti.

Gut gelaunte Comicfigur: Retaj (l.) ist für den knallgelben Minion samt Latzhose verantwortlich.
Gut gelaunte Comicfigur: Retaj (l.) ist für den knallgelben Minion samt Latzhose verantwortlich. © Sabina Brosch

Auch bei Acem (12) sieht es bereits ganz leicht aus, er füllt ein Puzzle-Stücke aus, doch beim ersten Sprühen hat auch er gemerkt, dass die Leichtigkeit durchaus Übung abverlangt. Er steht in einer rosa Sprühwolke, aber das macht ihm nichts aus, „das Projekt ist super. Es macht echt viel Spaß“, sagt der Jugendliche.

Acem und Retaj hatten den Dreh schnell raus, denn seit einer Woche üben sie schon das Malen mit der Farbdose. Wie es geht, hat ihnen Daniel gezeigt. Er ist angestellt bei der „BildungsWerkstatt“, dem Kooperationspartner für die offene und ab dem kommenden Jahr auch für die gebundene Ganztagsklasse. Neben Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung bietet die „BildungsWerkstatt“ auch kultur-, kunst- und umweltpädagogische Projektwochen an, Klettern, Theater, Fotografie und ähnliches.

Geübt an der Spraydose: Acem (vorne) füllt mit seinen Mitschülern das Puzzle-Motiv entlang der Treppen aus.
Geübt an der Spraydose: Acem (vorne) füllt mit seinen Mitschülern das Puzzle-Motiv entlang der Treppen aus. © Sabina Brosch

Bevor es für die Mittelschüler an die Schulmauer ging, an der am Ende der Woche auch der Name des Schulpatrons Max Mannheimer steht, hatten die Schüler der fünften und sechsten Klasse auf Leinwänden geübt, auch ein eigenes T-Shirt kreiert. „Die Schüler nehmen das Angebot wirklich super an“, bestätigt Schulleiterin Sandra Gruber. Positiv sieht sie vor allem, dass die Schule damit so gut wie keine Arbeit hat, das der Kooperationspartner selbstständig arbeitet. „Meine einzige Forderung war: Beim Sprayen soll etwas Schönes herauskommen.“ Klassenleiterin Christiane Zitzelsberger bestätigt: „Die Aktion ist mega gut und eine absolute Bereicherung.“ Sie hat selbstverständlich mitgemacht und ist stolz auf ihr Graffiti-T-Shirt. „Gerade nach Corona finden die Schüler wieder zusammen, die Projekte stärken das Wir- und Gemeinschaftsgefühl. Die Kinder machen endlich wieder etwas gemeinsam“, sagt Zitzelsberger. Das Schöne aber sei für die Kinder, dass sie nichts falsch machen können: „Dann wird halt einfach drüber gesprüht.“

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