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Kurios: Mit Neutronen-Power sind Garchinger Forscher Trüffel-Fälschern auf der Spur

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Schmankerl: Deutsche Sommertrüffel im Querschnitt.
Schmankerl: Deutsche Sommertrüffel im Querschnitt. © Matthias Rossbach/TUM

Italienischer Trüffel erzielt horrende Preise - und lockt damit Fälscher an. Wissenschaftler am Garchinger Forschungsreaktor haben sich ein Gegenmittel auf Neutronenbasis überlegt.

Garching – Wegen ihres feinen Geschmacks erzielen weiße italienische Trüffel Preise von bis zu 9000 Euro pro Kilogramm. Und so wird schon einmal ein weniger wertvoller kroatischer Trüffel als echter italienischer verkauft. Den Fälschern spielt dabei in die Hände, dass es bisher keine Möglichkeit gibt, die Herkunft von Trüffeln zweifelsfrei zu belegen. Garchinger Forscher wollen das ändern.

Neutronenbestrahlung enthüllt den Ursprungsort

Mit dem Ziel, eine solche Methode zu entwickeln, analysierten Matthias Rossbach und Christian Stieghorst an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) deutsche Sommertrüffel von 27 verschiedenen Stellen in Bayern, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Bei der „Prompten Gamma-Aktivierungsanalyse“ (PGAA) wurden die Proben mit kalten Neutronen bestrahlt. Jedes Element reagiert darauf unterschiedlich und verrät sich dadurch. „Wir wissen nun bis in den Millionstelgramm Bereich hinein, wie viel Natrium, Magnesium, aber auch Kupfer oder Cadmium ein Pilz enthält“, erklärt Stieghorst. Besonders über die enthaltenen Spuren von Arsen, Silber, Hafnium und Blei lässt sich feststellen, in welchem Boden ein Pilz gereift ist – und so auch der Fundort.

„Loki“ heißt der Trüffelhund, der den Forschern bei der Suche half.
„Loki“ heißt der Trüffelhund, der den Forschern bei der Suche half. © Simone Schmidt/TUM

Die gute Nachricht: Deutsche Trüffel sind gering belastet

Die Schwermetallbelastung der Sommertrüffel in Deutschland ist übrigens „erstaunlich gering und damit unbedenklich“, sagt Rossbach. Lediglich eine Probe aus Bad Reichenhall habe einen fünf Mal höheren Bleiwert aufgewiesen als alle anderen Trüffel – wohl wegen des früher dort betriebenen Bergbaus.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler das Projekt auch auf andere Trüffelarten ausdehnen. In Zukunft könnte es damit möglich sein, falsch etikettierte Trüffel zu entlarven.  mm/ja

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