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Überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft: Martina Hanusch ik (Mitte) und ihr Team vor der Hilfslieferung.

Welle der Hilfsbereitschaft

Garching sammelt für Flüchtlinge auf Lesbos

Die Garchinger Nachbarschaftshilfe war sprachlos. Ihr Spendenaufruf für Lesbos hatte eine unglaubliche Resonanz. 1463 Kartons voller Kleidung stapelten die Helfer in einem kleinen Laden in Hochbrück.

Garching – Aus Garching, München und dem gesamten Landkreis trafen Spenden ein. 100 Helfer, jung und alt, sortierten alles, schrieben Listen und verteilten 18 Tonnen Ware auf drei Lkw. Den Stein hatte die Kinderkrankenschwester Martina Hanuschik ins Rollen gebracht, als sie mit ihrer Familie im Urlaub auf Lesbos die Situation der Flüchtlinge erlebte. Hanuschiks Vater stammt von der Insel und kehrte nach dem Tod seiner Frau dorthin zurück.

Schockierende Eindrücke bei Besuch auf Lesbos

Als seine Tochter ihn besuchte, war sie schockiert. „Es kamen täglich mehr Flüchtlinge.“ Über deren Elend im Camp Moria und den umliegenden Olivenhainen konnten sie und ihre Familie nicht hinwegsehen. „Es herrscht dort eine humanitäre Katastrophe, viele wohnen in dünnen Zelten, es fehlen Essen und Medikamente. Wir fragten uns, wie wir helfen könnten.“ Sie kauften Wasser, Obst und Lebensmittel und verschenkten alles an die Gestrandeten. „Was wir nicht hatten, war ausreichend Kleidung.“

Nachbarschaftshilfe Garching unterstützt die Aktion

Zurück in Deutschland mobilisierte die Garchingerin ihren Freundeskreis. Als Vorstandsmitglied der Nachbarschaftshilfe fand sie Unterstützung für ihre Idee, den Flüchtlingen von Garching aus zu helfen. „Vor allem jetzt im Winter wird warme Kleidung dringend gebraucht, die Flüchtlinge haben in der Regel ja nur, was sie anhaben.“ Hanuschik kennt die Verbindungsleute persönlich, ein britisches Ehepaar, das im Camp die Kleidung verteilt und in einer Halle lagert.

Woge der Hilfsbereitschaft

Ihre Initiative löste eine Woge der Hilfsbereitschaft aus, 134 Helfer, alt und jung, verpackten die Kleidung. Die Garchinger Familie Palmowski stellte den Ladenraum in Hochbrück zur Verfügung, was die Abwicklung überhaupt erst ermöglichte. Jung und Alt brachten Spenden aus Garching, München und dem Landkreis. Martina Hanuschik ist erschöpft und dankbar, als alle Kartons nach zwei Wochenenden gepackt sind. „Was wir gesammelt haben ist viel.“ Aber sie weiß: „Das Lager wird schnell wieder leer sein.“ Die 53-Jährige hofft, dass die Hilfsgüter nächstes Jahr nicht mehr nötig sind, auch wenn sie da ihre Zweifel hat.   

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