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Sehnsucht nach dem Schießstand: Ab dann kann die SG Eintracht zurück ins Bürgerhaus

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Die Schützen von der SG Eintracht sehnen sich nach ihrem Schießstand. Seit zwei Jahren wird das Bürgerhaus umgebaut. Nun zeichnet sich ab, ab wann sie wieder in ihre trautes Heim können.

Garching –Die Garchinger Schützen plagt die Ungewissheit. Seit zwei Jahren haben sie aufgrund der Umbaumaßnahmen des Bürgerhauses keinen eigenen Schießstand. Im Mai soll es soweit sein, dass sie zurück in ihr sportliches Zuhause können. Aber sie haben keine Ahnung, was sie dort erwartet.

Schützenmeister Rainer Brosig und seine Mitglieder „hören“ immer nur, dass es Mai werden könne, bis sie wieder an ihren Stand können, um ihre Schießabende abzuhalten. „Mai welchen Jahres?“, fragt sich Brosig und: „Was erwartet mich dann?“

Die Schützengesellschaft „Eintracht“ ist der älteste Sportverein der Stadt Garching, 138 Jahre hat sie auf dem Buckel. Derzeit stehen die 105 Mitglieder jedoch vor ihrer größten Herausforderung. Denn mit der Sanierung des Bürgerhauses mussten sie ausziehen und sich eine neue Bleibe suchen. „Zum Glück haben uns die Ismaninger Unterschlupf gewährt“, sagt Brosig. „Die greifen uns echt enorm unter die Arme, helfen und unterstützen, wo es geht, das ist Zusammenhalt!“ Dennoch befürchtet der Schützenmeister, dass „der Verein langsam auseinander fällt“.

Ältere Schützen fahren ungern ins Exil

Gerade die älteren Schützen fahren nicht nach Ismaning, da ist zu viel Verkehr und im Winter und der Dunkelheit sei das für so einige zu schwierig. „Und zwingen kann man ja auch niemanden“, sagt Brosig. So fällt das Training drei Mal die Woche für viele flach. Jugendsportleiter Dominik Mayr kümmert sich aufopfernd um das Jugendtraining, „er lädt die Jugendlichen ins Auto und fährt sie zum Training nach Ismaning“. Brosig sorgt sich um seine Mannschaft, die Pistolenschützen sind in der Zweiten Bundesliga, „die und die Luftgewehrschützen möchte ich keinesfalls verlieren.“ Sechs Austritte hatte der Verein im vergangenen Jahr, vier davon rechnet er dem fehlenden Schießstand an.

Auf Nachfrage im Garchinger Bauamt nennt dieses nun „Ende April bis Mitte Mai“ als Termin der Fertigstellung. Dann soll der Bürgersaal wieder „hochgefahren werden“, so Leiter Klaus Zettl. „Gleichzeitig können dann auch die Schützen wieder an die Schießstände.“ Das hätte Brosig gerne schon früher gewusst und bemängelt, „dass keinerlei Information bei ihm ankam. Wir stehen regelrecht auf dem Schlauch.“

Wie steht‘s um den Wasserschaden?

Brosigs Unbehagen gründet auf einem Wasserschaden, der während der Umbaumaßnahmen auftrat. „Ich habe keine Ahnung, was das für unsere elektronische Schießanlage bedeutet.“ Die wurde erst modernisiert und hat 40 000 Euro gekostet. Doch der Bauamtsleiter kann ihn beruhigen. Der Wasserschaden sei behoben, das hätte man den Schützen mitteilen sollen, räumt Zettl ein. Die Schützen hatten während des Umbaus keinen Zutritt. „Das ist zu gefährlich, da muss alles gesichert sein. Keinem der Nutzer konnten wir ein Betreten der Baustelle erlauben“, erklärt Zettl.

Die Baustelle neigt sich nun ihrem Ende, ebenso die Zeit der Ungewissheit. Hinter Brosig liegt eine Phase, die an seinen Nerven genagt hat. Seit sechs Jahren ist er Schützenmeister, war zehn Jahre lang Jugendleiter und ein Jahr zweiter Vorsitzender. „So etwas“, sagt er, „habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt. Ich hoffe, mich trifft nicht der Schlag!“

sab

Rubriklistenbild: © Schweinshaupt

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