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Schwimmen in der Nachbarschaft: Ismaning hat ein großes öffentliches Bad, in das es von Garching aus nicht weit ist. Zudem baut Unterföhring ein weiteres bis 2020.  

Nur mit Investor

Garching: Spaßbad-Pläne noch nicht begraben

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Die Bürger für Garching geben nicht auf: Sie wollen weiterhin ein Schwimmbad. Doch möglicher Standort und Wünsche potenzieller Investoren passen nicht zusammen.

Garching – Die Bürger für Garching (BfG) haben eine Umfrage auf ihrer Webseite platziert. Mit einem Klick auf Ja oder Nein können die Besucher dort angeben, ob sie folgender Aussage zustimmen: „Ich begrüße es, wenn ein Schwimmbad in Garching gebaut wird.“ Die Online-Umfrage brachte ein Ergebnis zutage, das ob der Formulierung nicht wirklich erstaunen mag: Von 700 Teilnehmern stimmten 96 Prozent dem Ansinnen der Partei zu.

Vier Forderungen, ein Ziel

Diesen Wert hat die Stadtratsfraktion der BfG nun zum Anlass genommen, um einen neuen Vorstoß für ein Hallenbad in Garching zu unternehmen. So fordert sie in einem Antrag vier Dinge: Erstens soll die Stadtverwaltung Kontakt mit Investoren aufnehmen, um über ein privat finanziertes Freizeitbad zu verhandeln. Zweitens soll geprüft werden, ob sich das im Flächennutzungsplan vorgesehene Areal in der Kommunikationszone für ein solches Spaßbad eignet. Falls nein, soll die Verwaltung – drittens – nach alternativen Standorten suchen. Und viertens: Bis Ende 2018 sollen die Antworten auf diese im Stadtrat vorgestellt werden.

„Mehrgewinn für Bürger“

In ihrer Begründung verweist die BfG darauf, dass der zeitnahe Bau eines Schwimmbads wegen der hohen Bau- und Unterhaltskosten nur mit einem Investor möglich sei. Die Fraktion sieht in einem Freizeit- und Sportbad einen „Mehrgewinn für die Bürger von Garching“. Zudem verweist die Partei darauf, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen.

Diese Sorge treibt auch die Garchinger Grünen um, allein von einem Investor für ein Spaßbad halten sie wenig. In Anspielung darauf kommentiert Stadträtin Ingrid Wundrak: „Seit Jahren wird uns von Fun-tasten damit der Mund wässrig gemacht.“ Immer wieder tauche „die Fata Morgana eines Investors auf, der uns ein Schwimmbad beschert“. Dass dies aus finanzieller Sicht ein kluger Schachzug wäre, bezweifelt Wundrak. „Irgendwer zahlt immer. Wenn nicht die Stadt, dann die Bürger über die Eintrittspreise.“

Spaßbad oder Lehrschwimmbecken?

Daher plädieren die Grünen für den Bau eines Lehrschwimmbeckens im Zuge des Schulneubaus in der Kommunikationszone. Eine Stadtratsanfrage der Partei im Vorjahr hat ergeben, dass es ums Schulschwimmen in Garching nicht gut bestellt ist – und die Zukunft sogar noch düsterer aussieht. In der Folge beschloss der Stadtrat einstimmig, dass die Verwaltung verschiedene Varianten für ein neues Schwimmbad prüfen und die Unterhaltskosten abschätzen soll. Danach soll das Gremium über das weitere Vorgehen beratschlagen.

Derweil schwebt Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) eine Schwimmbad-Lösung vor, bei der die Stadt die Technische Universität München (TUM) und deren Zentralen Hochschulsport ins Boot holt. Entsprechende Gespräche habe er mit TUM-Präsident Wolfgang Herrmann bereits geführt. Hätte man die Uni – plus einen Sponsor, so hofft Gruchmann – an der Seite, so könne sich die Kommune solch ein Schwimmbad leisten. Zumal, wenn man nächstes Jahr in die Planung einsteige, „denn der Gemeindetag hat die Aussage getroffen, dass es 2019 wieder Fördermittel für Schulschwimmbäder geben wird“, sagt der Rathauschef.

Standort zu klein für große Pläne

Den BfG-Traum von einem Freizeitbad, womöglich inklusive Therme, hält Gruchmann für unrealistisch: „Wir haben Gespräche mit zwei Investoren geführt, und beide haben gesagt, dass so ein Bad einen gescheiten Wellnessbereich braucht.“ Und für diesen benötige man wiederum viele oberirdische Parkplätze, weshalb das vorgesehene Gelände zu klein sei. „Der Grund ist dort einfach zu teuer“, so der Bürgermeister. Indes hätten beide Investoren bekräftigt, dass sie großes Interesse an einem Spaßbad in Garching hätten – jedoch an einem anderen Standort. Gruchmann jedoch meint: „Ich glaube, dass die Garchinger so ein Spaßbad eher nicht brauchen.“ Ein großes Bad gibt es in der Nachbarschaft in Ismaning, Unterföhring baut bis 2020 auch ein öffentliches Schwimmbad.  

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