+
Zankapfel: Der FC Türk Garching wollte an den Einnahmen für die Stadion-Namensrechte beteiligt werden.

„Es ist ein Privileg, mit dem Stadionnamen Geld verdienen zu können“

Schlusspfiff im Stadionstreit: Stadt legt Richtlinien für Namensvermarktung fest

  • schließen

Nach dem Protest des FC Türk Garching hat die Stadt Richtlinien für die Vermarktung von Stadionnamen aufgestellt. Die Streitigkeiten dürften damit beigelegt sein.

Garching – Der Stadionstreit von Garching sorgte in den letzten Monaten für einige Irritationen und dicke Luft. Nachdem der FC Türk Garching an den Einnahmen für die Stadion-Namensrechte des VfR Garching beteiligt werden wollte hat nun die Stadtverwaltung reagiert. Neue Regeln sollen die Diskussion beenden.

Die türkischen Kicker machten mit offensiven Worten zuletzt ihr gleiches Recht für die Stadion-Namensvergabe geltend und schlugen das Angebot des VfR über eine einmalige Zahlung in vierstelliger Höhe aus. Vielmehr kündigte der FC Türk rechtliche Schritte an, was dem Vernehmen nach auch bei der Stadtverwaltung nicht sonderlich gut ankam.

Stadionstreit: Hauptnutzer darf Namen vermarkten

Der Hauptausschuss hat nun beschlossen, dass Vereine mit mehr als 51 Prozent Nutzung eines Platzes von der Stadt die Option bekommen, den Namen zu vermarkten. Im Falle des Seestadions ist der VfR bei rund 98 Prozent Nutzung fast alleiniger Klub. Türk Garching absolvierte im vergangenen Jahr lediglich zwei Freundschaftsspiele im Stadion und hatte sonst auf der Sportanlage am See einen eigenen Platz.

Dort, erklärte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), hat der FC Türk die Möglichkeit, Bandenwerbung und mit den neuen Richtlinien auch den Namen zu vermarkten. Der dritte Fußballverein im Stadtgebiet ist der FC Hochbrück, der im vergangenen Jahr seinen eigenen Platz bekam und auch dort die Namensrechte vergeben kann, wenn es einen entsprechenden Sponsoren gibt. Die Vereine können direkt über die Namensrechte verhandeln, wobei der Stadtrat dem Namen immer noch zustimmen muss.

Stadionstreit: Stadt kommt Vereinen entgegen

Die vom Stadtrat festgelegten Richtlinien sehen vor, dass ein Verein mindestens zu 51 Prozent Nutzer sein muss. Andere Vereine müssten an den Erlösen erst beteiligt werden, wenn diese mindestens auf 25 Prozent Platznutzung kommen. Florian Baierl (UG) trug den Weg mit, „auch wenn ich anfangs schon nicht begeistert von der Namensvermarktung war“. Er betonte, dass die Vereine sich des Entgegenkommens der Stadt bewusst sein sollten: „Es ist ein Privileg, mit dem Stadionnamen Geld verdienen zu können.“

Lesen Sie auch: Gute Nachrichten für Eltern: Weitere Kindergärten in Garching sollen gebührenfrei werden

Bürgermeister Gruchmann sagte nach den emotionalen Diskussionen der letzten Wochen, dass „unsere Regelungen offensichtlich zu allgemein waren“. Mit der neuen Lösung hätten nun alle Vereine die Möglichkeiten, sich auf diesem Weg neue Einnahmen zu besorgen. Für Jürgen Ascherl (CSU) war der Namensdeal des VfR für das Garmin-Stadion am See auch eindeutig: „Wenn einer den Werbepartner bekommt, dann ist das auch sein Geschäft.“

Alle Nachrichten aus Garching lesen Sie hier. 

nb

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Raser-Alarm in Straßlach: Polizei blitzt BMW mit 65 km/h zu schnell - und staunt dann erst richtig
Selbst hartgesottene Verkehrspolizisten konnten nur noch den Kopf schütteln - über einen besonders dreisten Raser, der ihnen bei Straßlach ins Netz ging.
Raser-Alarm in Straßlach: Polizei blitzt BMW mit 65 km/h zu schnell - und staunt dann erst richtig
Terrorverdacht in Flüchtlingsheim: SEK stürmt Unterkunft
Mitten in der Nacht ist eine SEK-Einheit in eine Flüchtlingsunterkunft in Oberhaching eingedrungen. Es bestand der Verdacht auf Terrorgefahr.
Terrorverdacht in Flüchtlingsheim: SEK stürmt Unterkunft
Laster von der Autobahn gedrängt: Großeinsatz und Stau auf der A99
Bis weit hinters Kreuz München Süd staut sich der Verkehr am Montagvormittag auf der A 99. Grund ist ein gefährliches Lkw-Manöver.
Laster von der Autobahn gedrängt: Großeinsatz und Stau auf der A99
Eilige Motorradfahrer: Zwei Unfälle, zwei Verletzte
Zwei Verkehrssünder auf dem Zweirad, zwei verschiedene Orte, zwei Unfälle, ein Grund: Zum falschen Zeitpunkt überholt.
Eilige Motorradfahrer: Zwei Unfälle, zwei Verletzte

Kommentare