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So sieht der Bürgerbus in Gauting aus.

Garching will ÖPNV-Lücken schließen

Testlauf für ein Bürgertaxi

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Garching: Stadtrat arbeitet an einem Testlauf für ein Bürgertaxi.  Bürgereister Gruchmann regt ein sechsmonatiges Pilotprojekt für ein kostenfreies Bürgertaxis an.

Garching – In der Sache ist die Einführung eines Garchinger Bürgertaxis bei allen Stadträten gut angekommen. Für einen konkreten Beschluss reichte es jedoch nicht, zu viele Fragen über die Zielrichtung und konkrete Umsetzung blieben offen.

Vorreiter für einen Bürgerbus oder ein Bürgertaxi gibt es bereits. Inning gleicht Lücken im öffentlichen Nahverkehr nach Betriebsschluss des ÖPNV aus. Bedarfsorientierte Modelle in Unterschleißheim und Haar richten sich an Menschen mit Beeinträchtigung, die an festen Wochentagen oder, wie in Haar, sogar täglich das Gemeindetaxi nutzen können.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) wollte den beiden ähnlich lautenden Anträgen von CSU und Seniorenbeirat mit einem Vorschlag begegnen: Er regte ein sechsmonatiges Pilotprojekt für ein kostenfreies Bürgertaxis an. Erst einmal für alle, an einem definierten Werktag für den Zeitraum zwischen 10 und 14 Uhr. Daran anknüpfend eine Auswertung, um entscheiden zu können, „wie wir das Projekt angehen, welcher Personenkreis das Bürgertaxi wann nutzt und auch welche Kostenstruktur wir anwenden.“

Auch innerhalb der Nordallianz hätten sich die beteiligten acht Bürgermeister über ein ähnliches Projekt bereits Gedanken gemacht. Hier ließen sich eventuell Synergien nutzen in Form eines gemeinsamen Fahrzeugpools.

Testlauf würde 6500 Euro kosten

Erfahrungen aus dem Garchinger Testlauf, den Gruchmann mit „überschaubaren 6.500 Euro“ bezifferte, könnten in die Überlegungen der Nordallianz einfließen.

Dass in Garching ähnliche Zahlen erreicht werden wie in Haar, wo 2200 Fahrten gezählt und auch ein eigener Chauffeur beschäftigt wird, bezweifelt Götz Braun (SPD): „Wir sollten es probieren, das ist keine Luxusgeschichte, ich bin aber gespannt, wer es nutzt. Ich denke nicht, dass sich sehr viele melden.“ 

Beiräte werden erst noch zu Rate gezogen

Zweifel an der Auslastung hegt auch Florian Baierl (UG): „Wir haben ein sehr gutes Ringbussystem“, das er nicht ausgehebelt sehen will. Baierl sieht als Zielgruppe ausschließlich Menschen mit Beeinträchtigungen, Behinderungen, ohne Auto oder ohne Führerschein und warnt: „Wenn wir das Angebot nun an alle richten, dann können wir nach der Probezeit nur schwer wieder zurück.“ Es gelte hier noch vieles zu klären, „so ist es noch zu unreif.“

Weitere Beratung im Stadtrat nötig

Ob vier Stunden pro Woche tatsächlich aussagekräftig genug sind, um einen wirklichen Bedarf abzulesen, überzeugte Baierl zudem nicht. „Da ist es besser, lieber eine kürzere Probephase, dafür jedoch täglich von neun bis 17 Uhr“, regte Harald Grünwald (UG) an. Die daraus entstehenden Mehrkosten für den beauftragten Fahrdienst, dem pro Stunde 60 Euro für ein rollstuhlgeeignetes Fahrzeug zur Verfügung steht, „muss dann aber erst mit dem Kämmerer geklärt werden“, sagte Gruchmann. „Es kann auch sein, dass wir dann in eine Ausschreibung müssen.“ Antragsteller Jürgen Ascherl (CSU) möchte die Meinung des Seniorenbeirats einholen. Hans-Peter Adolf (Grüne) will zudem den Behindertenbeirat zu Rate ziehen: „Denn die wissen schließlich am besten, was sie brauchen.“ Dann will man erneut im Stadtrat beraten.

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